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Geister von Lebenden
Geister gehören zum Tod wie zum Leben. Wir unterscheiden Geister von Lebenden und ‚Geister von Verstorbenen. Daneben gibt es die schwierige Kategorie der Geister von Sterbenden schwierig, weil immer die Frage offen bleibt: Sind es Geister von Toten oder Lebenden?
Das Standartwerk zu diesen Thema wurde Ende des 19, Jahrhunderts verfasst, von Gurney, Myers und Podmore 1886.
Großer Mann von Ben Macdhui
Ben Macdhui ist einer der sechs höchsten Bergspitzen des Cairngormgebirge in Schottland und der Wohnort des Großen Grauen Mannes von Ben Macdhui. Dieser Geist des Schottischen Hochlandes ist seit Generationen immer wider einmal in Erscheinung getreten. Er soll annähernd drei Meter groß sein und lange, schlackernde Arme haben. Seine Gestalt ist menschenähnlich und er gibt unheimliche Laute von sich, die ganz entfernt an die gälische Sprache erinnern sollen. Berichte über neuere Auftritte des Großen Grauen Mannes wurden 1973 in Peter Underwood „Gazetter of Scottish and irish Ghost“ abgedruckt.
Galgen
Wenig komplexe Vorrichtung zur Hinrichtung durch den Strang. Bemerkenswert die verschiedenen Arten; der Klassiker, auch Schnellgalgen, Soldatengalgen, oder Kniegalgen genannt, besteht aus einem senkrechten Pfeiler und einem rechtwinklig abtragenden Ballen. Die multiple Variante namens Dorfgalgen oder Dreiholz besteht aus zwei Pfeilern, über die ein dritter Balken gelegt wird. Es war, an welchem man auch immer erhängt wurde, kein angenehmes Erlebnis. Der Gelgenberg oder Galgenhügel, auf dem diese Vorrichtungen außerhalb der Dörfer bisweilen standen, wurden von den meistern Menschen gemieden, waren Teil verschiedener Beschwörungen und Zauber und ein dankbarer Ort, um sich in den Besitz von Leichen zu bringen, insofern man denn das Bedürfnis hatte.
Galley Beggar
Ein vorwiegend in Nordengland vorkammender Geist, der getreu seines Namens Galley – was sich von to gally = erschrecken, Angst einjagen, ableitet – höllisches Vergnügen daran findet, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Das erste mal Erwähnung findet der Galley Beggar in Reginals Scots Werk „The Discoverie of Witchcraft“ (1584). Er ist ein klapperdürres Gespenst und ähnelt einem Skelett. Außerdem kann er, was er sehr gern zu praktizieren scheint, ohne Schwierigkeiten seinen Kopf abnehmen und ihn unter den Arm klemmen. Der berühmteste Galley Beggar spukt auf einem Hügel zwischen Over und Nether Stowey in Sommerset, wo er zur Winterzeit den Kopf unterm Arm und kreischend vor Lachen auf einem Rodelschlitten hin- und her rasen soll.
Galleytrot
Riesiger schwazer Gespensthund, der auf den Landstraßen Ostenglands herum streifen soll. Der Galleytrot tritt besonders in der Nähe von alten Friedhöfen oder verborgenen Schätzen auf. Ihn zu treffenist nicht sehr wünschenswert, da er als Todesbote gilt.
Gangerl ( Ganggerl)
Im bayerischen und österreichischen Raum wird der Begriff Gangerl für Teufel gebracht. Allgemein ist Gangerl jedoch ein Berggeist, der mit lautem Brausen Felsstücke herabrollen läßt, sich gegenüber frommen und fleißigen ‚Bergknappen jedoch hilfreich zeigen kann und schon Menschen zu Reichtum verholfen haben soll.
Gayal
In Indien nimmt man an, daß die Seele eines Mannes, der ohne einen männlichen Nachkommen stirbt, keinen Ruhe findet, da die Bestattungsrituale zu seiner Totenfeier nicht wie üblich von einem Sohn vorgenommen werden können. Er muß als Totengeist, als Gayal, umgehen und piesackt und verfolgt die Söhne seiner Verwandten oder Nachbarn so lange, bis diese an Sohnes statt die Zeremonie vornehmen. In einigen Regionen Indiens versuchte man den Gayal mit Trankopfern zu besänftigen und die eigenen männlichen Kinder durch Amulette vor den Übergriffen des Gayal zu schützen.
Geist
Sammelname für nichtmaterielle oder zumindest feinstofflich gedachte Wesen. Geister sind weltweit auftretende Phänomene. Sie wurden im Laufe der Geschichte immer erwähnt, erscheinen in vielen verschiedenen Gestalten und Formen und aus einer Vielzahl von Gründen. Grundsätzlich lassen sich vier Hauptkategorien von Geistern ermitteln:
- · Experimentiergeister. Das sind Geister von lebenden Menschen, die von ihren Besitzern ausgesandt wurden, um anderen Menschen an unterschiedlichen Orten zu erscheinen, oder aber eine noch lebende Person verwandelt sich vor den Augen anderer in eine Erscheinung.
- · Krisengeister. Diese erscheinen ihren Angehörigen oder Verwandten, wenn die dazugehörige Person an einem entfernten Ort eine furchtbare Schicksalsprüfung zu durchlaufen hat und in Todesgefahr schwebt.
- · „Post-mortem“ Geister. Sie erscheinen erst nach dem Tod der dazu
- · gehörigen Person, so daß sie nicht mit Krisengeistern zu verwechseln
- · sind. Sie ähneln der wirklichen Person so sehr, daß die Betrachter oft
- · einen tiefen Schock empfinden.
- · „Echte“ Geister. Diese tauchen am häufigsten auf und werden auch von Menschen gesehen, die in keinerlei Verbindung zu ihnen stehen. Zeit spielt für die „echten“ Geister, welche die klassischen Spukphänomene verursachen (Spukgeister), keine Rolle. Sie können noch Jahrhunderte nach einem Todesfall oder einem Verbrechen erscheinen, oft sind sie jedoch an einen bestimmten Ort gebunden. Die „echten“ Geister nehmen im Volksglauben breiten Raum ein und haben eine bunte Vielgestalt entfaltet. Die Volkskunde kennt Haus-, Erd-, Luft- und Wassergeister.
- · Freundliche Geister werden als Holde bezeichnet, während böse Geister Unholde genannt werden. Geister können feurig als Irrlichter, als Gerippe, als Tiere, als Schemen in Tiergestalt, oder auch als kopflose Geister auftauchen. Als akustische Untermalung für ihren Auftritt wählen sie unheimliche Musik, Donner, Gepolter oder Klopfen. Bei Beschwörungen oder Zaubersprüchen versammeln sie sich an Kreuzwegen, unter Galgen oder auf Friedhöfen. Ihre bevorzugten Zeiten sind Mitternacht, der Advent, Weihnachten, die zwölf Rauhnächte, Karfreitag etc. Gebete, Weihrauch, das heilige Kreuz, aber vor allem Licht und Feuer sollen der Geisterabwehr dienen. Kinder und Jungfrauen sollen Geister von ihrem Dasein erlösen können. Kinder, die Allerseelen zur Welt gekommen sind oder in Steißlage geboren wurden, sollen die Gabe haben, Geister zu sehen. Oft müssen sich Geister mit Problemen auseinandersetzen, die ihre Wurzeln in ihrem vorhergehenden Leben haben. So sind schatzhütende Geister meist Geizhälse, die einst ihr Geld vergraben haben und nun im Grab keine Ruhe finden, bis jemand ihren Schatz geborgen hat. Auch hat es negative Nachwirkungen, wenn jemand zu Lebzeiten einen Grenzstein versetzt hat. Man sagt, böse Geister könnten guten Menschen nichts anhaben. Sobald das Morgenlicht dämmert oder der erste Hahn schreit, ist ihre nächtliche Macht gebrochen. Die katholische Kirche führt auch heute noch Exorzismen durch, um Geister oder Teufel auszutreiben.
- · Obgleich der Geist immateriell ist, ist der Glaube an Geistererscheinungen genauso verbreitet wie der Glaube an diese selbst. Ihr Erscheinen soll darauf beruhen, daß die Geister am Alltag der Lebenden teilhaben und zu manchen Zeiten einfach sichtbare Gestalt annehmen. Erscheint einem ein Geist, so soll man ihn fragen, was sein Begehr ist. Man soll jedoch vorsichtshalber gleich hinzufügen, daß man seinen Wunsch nur erfüllen kann, wenn dies im Rahmen des Möglichen ist.
· Im Spiritismus und Okkultismus im 18., 19. und auch 20. Jahrhunderts haben Geister und Geistererscheinungen eine Renaissance erlebt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Séancen und Geisterbeschwörungen regelrecht in Mode. Zweck von Geisterbeschwörungen, die nach bestimmten Ritualen ablaufen, war meist der Wunsch, an dem Wissen Verstorbener, das auch prophetischer Art sein kann, teilzuhaben. Die Methoden der Geisterbeschwörung waren und sind vielfältig. Sie reichen vom Tischrücken über Pendeln bis zur Verwendung von magischen Bleistiften. In jüngster Zeit sind technische Hilfsmittel hinzugekommen, so z.B. Tonbandgeräte, um die angeblichen Stimmen von Dämonen oder Verstorbenen aufzuzeichnen. Früher wurden Geisterbefragungen nur nach einer Zeit des Fastens und geistiger Übungen vorgenommen, wobei auch verschiedene magische Zeichen, wie z.B. der Drudenfuß oder Zaubergeräte wie Stab, Zauberbuch, Wasser, Öl oder Licht, ihre Verwendung fanden. Die günstigste Zeit für derartige Unternehmungen ist natürlich nachts, manchmal wird ein Zauberkreis gezogen, in dessen Mitte der Beschwörer steht. Um die Geister wieder loszuwerden, soll man die Beschwörungsformel rückwärts aufsagen.
Eine Sonderform der Geisterbeschwörung ist der kollektiv vollzogene Geistertanz, wie er besonders unter den nordamerikanischen Indianerstämmen verbreitet war. Es handelt sich dabei um eine Zeremonie zur Ehrung der Toten, damit sie die Lebenden nicht behelligen. Im Regelfall ist der Geistertanz ein geräuschvolles, farbiges und aufregendes Unternehmen, das die Geister erfreuen soll, aber ihnen gleichzeitig vor Augen führt, daß der Stamm viele tapfere Männer hat, welche die Phantome angreifen werden, wenn sie es wagen sollten, Böses zu tun und sich in die Welt der Lebenden einzumischen. Die Indianer sind der Ansicht, daß die Geister geräuschvolle Wesen sind, weshalb sie sagen: „Die Schattenseelen der Toten zirpen wie Grillen.“ Auf ein lärmendes Auftreten von Geistern verweist auch die germanische Wurzel des Wortes, die soviel bedeutet wie „schreien, entsetzen“. Möglicherweise schreien aber auch diejenigen, die einen Geist zu sehen bekommen.
Mit dem Aufkommen der Fotografie wurde auch der Versuch unternommen, die Existenz von Geistern zu „dokumentieren“. Bei den so entstandenen „Geisterfotografien“ tritt der mit der Fotolinse gebannte Geist entweder als einzelnstehende durchschimmernde Gestalt auf, oder - was noch häufiger der Fall ist - er ist zusammen mit einer oder mehreren lebenden Personen auf einem Bild zu sehen. Oft handelt es sich bei dem angeblichen Geist um einen verstorbenen Verwandten, der über den Köpfen seiner Angehörigen schwebt. Die frühesten Fotos dieser Art tauchten 1862 in Amerika auf, wo ein Mann namens William Mumler aus Boston Geisterfotografien aufgenommen haben wollte. Aus diesen bescheidenen (und betrügerischen) Anfängen entwickelte sich bald zu beiden Seiten des Atlantiks ein blühendes Geschäft.
Im frühen achtzehnten Jahrhundert, etwa zur gleichen Zeit, als das Hexenwesen die Volksphantasie langsam losließ, verstärkte sich das Interesse an der Welt der Geister und dem damit verknüpften Komplex der Nekromantie und entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer gesonderten Disziplin des Spiritismus. Im neunzehnten Jahrhundert war das Studium der Geistererscheinungen und Poltergeister eine eigenständige Wissenschaft. Verschiedenen Maßnahmen, die man zum Schutz vor Hexerei anwandte waren angeblich auch gegen Geiser wirksam. Dazu gehörten beispielsweise, Türen und Fenster mit Knoblauch zu sichern oder einen Stecken aus dem Holz der Eberesche zu tragen. Im Unterschied zu den Teufeln, die in Fällen dämonischer Besessenheit ausgetrieben werden konnten, zeigten sich die Bösewichter, die Poltergeist- Erscheinungen hervorriefen, oder Überlieferung nach für die Rituale des Exorzismus häufig unzugänglich.
Geisterhand
Eine angeblich nicht seltene Sonderform der Geistererscheinung. Es erscheint hier nur die Hand eines Geistes, die einer Totenhand gleicht und entweder eiskalt wie aus einer Gruft oder glühend heiß - als käme sie geradewegs aus dem Fegfeuer - sein soll. Die heiße Geisterhand soll sogar Steine zum Glühen bringen und kann nur durch einen Guß mit Weihwasser abgekühlt werden. Einer Geisterhand sollte man nie die Hand geben, da dies den eigenen Tod bedeuten kann. Bekannt ist die Geisterhand aus dem Alten Testament, welche in Babylon am Hofe des Königs Belsazar das warnende „Menetekel“ an die Wand schrieb.
Geisterstunde
Ursprünglich und in Teilen vornehmlich älterer Literatur beginnt zur Mitternacht die Geisterstunde. Hui Buh zum Beispiel ist der Geisterstunde unterworfen und muß, kaum um Mitternacht zu begonnen habend, ebenso wie das bedauernswerte feinstoffliche Geschöpf in den „Centerburry Tales“ eine Stunde später zurück in Kiste. Im Rahmen einer Arbeitszeiverlängerung, die ihren Auftritten in Film und Buch zugute kam, überwanden die meisten übersinnlichen Gestalten die Grenzen der Geisterstunde, um sich erst wieder an der Schwelle des Tages gestoppt zu sehen. Die zeitliche Begrenzung des Wirkens übernatürlicher Wesenheiten, die der zentrale Inhalt der Geisterstunde ist, ist innerhalb des Genres inzwischen beinahe gänzlich aufgehoben, so daß sich das Übersinnliche – im Gegensatz zu früher inzwischen mitten unter uns mischt, was die von ihm ausgehende Gefahr wesentlich größer werden läßt.
Geisterbezeugung
Aussagen von Zeugen, sie seien von der unsichtbaren Geistergestalt einer angeklagten Person gepeinigt worden, wurden trotz der offensichtlichen Unmöglichkeit einer solchen Behauptung einst von den Gerichten überall in Europa anerkannt. Die angeblichen, Hexen mußten ungeachtet der tatsächlichen Beweislage überführt und verurteilt werden, und dabei setzte man sich häufig über eine peinliche Befolgung des Gesetzes hinweg. Die Anerkennung der sogenannten „Geisterbezeugungen“ zeigte, in welchem Maß die Richter bereit waren, sich zu komprimittieren, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Zahllose Verurteilte starben auf dem Scheiterhaufen oder am Galgen wegen oftmals hysterischer Anschuldigungen der vermeintlichen Opfer solcher Heimsuchungen. Oftmals bekamen die Zeugen ihre Anfälle vor den Augen der Gerichtsbeamten und beschwerten sich darüber, daß die vor ihnen stehende angeklagte Person sie soeben in ihrer unsichtbaren Geistergestalt attackiert habe.
Noch während der ersten Hexenprozesse im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert wurden Zweifel an der Zuverlässigkeit solcher Geisterbezeugung geäußert, doch die Dämonologen entwickelten sich zu Meistern im Erfinden von Erklärungen, mit denen sie den Behauptungen, solche Erscheinungen seien nicht möglich, entgegentraten. Stellte es sich heraus, daß eine verdächtige Ehefrau zu einer Zeit, in der sie angeblich auf einem Hexensabbat gewesen war, in ihrem Bett gelegen hatte, dann gab es dafür eine Erklärung: Sie hatte dafür gesorgt, daß ein Dämon ihren Platz einnahm, oder hatte in ihrer Geistergestalt an dem Sabbat teilgenommen und ihren Körper zu Hause gelassen, um jeglichen Verdacht zu zerstreuen. Wenn die Kritiker auf ihren Behauptungen bestanden, dann verwiesen die Dämonologen auf die Vielzahl der Hexen, die (allerdings unter der Folter) solche Betrügereien eingestanden hatten.
Behauptungen, eine bestimmte Person sei in ihrer Geistergestalt gesehen worden, stellten für den Angeklagten eine große Gefahr dar, denn er konnte sich nicht einmal damit verteidigen, daß der Teufel sich für ihn ausgegeben habe. Gott, so hieß es, habe dem Teufel verboten, sich des Körpers eines Unschuldigen zu bemächtigen; also spreche allein dessen Erscheinen in der Gestalt dieser Person für die Schuld des Angeklagten.
Die Idee von der Geisterbezeugung hielt sich fast so lange wie der Hexenwahn selbst. Noch 1692 ließ sich das Gericht im Prozeß gegen die Hexen von Salem vom Auftreten der jungen Klägerinnen beeindrucken, die sich im Gerichtssaal wie zur Bestätigung ihrer Aussagen unter den Schlägen und Stößen unsichtbarer Angreifer wanden. Auch hier genügten die Behauptungen Mädchen, sie seien Dämonen in der Geistergestalt der Angeklagten gepeinigt worden, um die Angeklagten zu belasten. Doch der Meinungsstreit, der sich aus den Salemer Prozessen ergab, zwang die Hexenjäger anzuerkennen, daß der Teufel das Äußere eines guten und gottesfürchtigen Menschen auch ohne dessen Einwilligung annehmen könne. Dieses Eingeständnis untergrub die „Beweiskraft" der Geisterbezeugung; Aussagen dieser Art blieben in späteren Prozessen unberücksichtigt.
Geisterstab
Ein Glasstab, oftmals einem Wanderstab ähnlich, den man im Hause hatte, um die Bewohner bei Nacht vor bösen Geistern zu schützen. Solche mit winzigen Samenkörnern oder Perlen gefüllten oder über und über mit Haarrissen im Glas versehene Stäbe sollten Dämonen von ihren schändlichen Taten ablenken. Kein Dämon, so glaubte man, könne der Versuchung widerstehen, die Samenkörnchen oder Haarrisse zu zählen, und würde auf diese Weise umgarnt. Brach der Morgen an, dann wurde der Stab von allem Bösen gesäubert, das er in der Nacht angelockt hatte.
Geist des Ortes
Jeder Ort hat seinen Geist. Dabei stellt sich die Frage, ob es der Geist des Ortes, ein sich an diesem Ort aufhaltendes Geistwesen oder auch mehrere dieser Art oder ob es ein dem Ort immerwährender Geist ist. Beides ist möglich, und wir finden quer durch die Kulturgeschichte Erfahrungsberichte und Ideen zu diesem Bereich. Der Wissenschaftler, immer auf der Suche nach einer „natürlichen“ Erklärung, zog in Erwägung, dass bestimmte Orte zum Weissagen geeigneter seien als andere z.B. Delphi, und macht dabei auf die „Ausdünstungen“ der Erde aufmerksam. Wie auch immer - an solchen heiligen Stätten sprach ein Gott oder eine Göttin. In der deutschen Tradition ist dagegen eine Stimme der Erde bekannt. Unter bestimmten Bedingungen lässt sie sich hören. Und auch sie, die aus der Dunkelheit spricht und keine Lichtgöttin ist, ist wissend.
Berichte von eigenständigen Erdgeistern, die unterirdisch oder in Bergen leben, meinen dagegen ganz konkrete Wesen, die sich an einem Ort aufhalten können. Goethe lässt einen - halb erdichteten - Erdgeist im Faust zu Worte kommen, und setzt ganz konkret dem Genius Loci, dem Geist des Ortes im Weimarer Park an der Ilm, ein bleibendes Denkmal.
Geister
Geister gelten als unsichtbare, nur zuweilen sichtbare Wesenheiten, die auf verschiedene Weise erlebt oder wahrgenommen, meistens gesehen, aber auch gehört und gerochen, gefühlt und geahnt werden können. Sie erscheinen in vielerlei Gestalt, in menschlicher, tierischer, mythischer und auch unspezifischer. Es können Geister von Menschen, Geister von Tieren, Geister von Pflanzen, Geister von Steinen oder mythische Geister erscheinen oder sich auf andere Art bemerkbar machen.
Dabei gibt es viele Zwischenformen, etwa Geister in menschen- oder tierähnlicher Form, Fabelwesen und eine beliebig lange Reihe von Geisterkreaturen unterschiedlicher Ausprägung, die von himmlischen bis zu niedersten Geister- formen reicht. Eine weitere Unterscheidung kann nach der Erscheinungsform
vorgenommen werden, etwa nach der Farbigkeit bzw. Helligkeit der Erscheinungen, dann nach der stofflichen Dichte der Erscheinungen, nach der Konturenschärfe oder nach der Geistererscheinung. Die meisten Geistererscheinungen halten nur für einen sehr kurzen Augenblick an, für Sekunden. Manche Erscheinungen sind sehr stofflich und kompakt, können nicht während des Erlebnisses, sondern erst später als Geister erkannt werden, wie die Doppelgänger, die verblüffend echt wirken. Andere Geister sind so hell, dass sie Ehrfurcht einflößen, wie biblische Engelerscheinungen. Wieder andere Geister sind dunkel und Furcht erregend, während die grauen - Gespenster wohl am bekanntesten sind.
Viele Erscheinungen von Geistern sind unscharf gezeichnet, sie wirken wie Nebel oder wolkenartige Gebilde, manche sind ganz transparent, andere kraftvolle Lichteffekte wie Lichtkugeln. Es gibt viele Fälle, in denen der eindeutig wie ein Mensch oder Tier aussehende Geist nicht identifiziert werden kann, das ist der Fall bei den so genannten „hauntings“, beim ortsgebundenen Spuk, wo der Geist in altmodischer Kleidung auftritt und längst vergangenen Jahren, Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten anzugehören scheint.
Geister von Lebenden
Geister gehören zum Tod wie zum Leben. Wir unterscheiden Geister von Lebenden und Geister von Verstorbenen. Daneben gibt es die schwierige Kategorie der Geister von Sterbenden - schwierig, weil immer die Frage offen bleibt: Sind sie die Geister von Toten oder Lebenden?
Geister von Menschen
Alles, was ist und lebt, hat auch Geist. Dementsprechend können Geister von Menschen, Tieren, Pflanzen, ja sogar von Steinen erfahren werden - so ist es überliefert. Die Geister von Menschen nehmen sich da fast am normalsten aus. Grundsätzlich können sie unterschieden werden in Geister von Lebenden,Geister bei Sterbenden Geister von Sterbenden und Geister von Verstorbenen. Eine Gruppe für sich bilden die nicht identifizierten Geister von Unbekannten, die oft im ortsgebundenen Spuk eine Rolle spielen. Häufig sind in der Kulturgeschichte auch Berichte von Geistern ohne Kopf oder von Fragmenten von Geistern wie Armen oder Händen.
Geister von Menschen lassen sich noch genauer unterscheiden. Der britische Mathematiker George Nugent Merle Tyrrell, dessen Bücher „Apparitions“ (1969) und „Mensch und Welt in der Parapsychologie“ (1960/1972) immer noch zur Standard-Geisterliteratur gehören, unterscheidet vier Typen:
- · Experimentelle Erscheinungen (Experimental apparitions)
- · Krisenerscheinungen (Crisis apparitions)
- · Post-mortem-Erscheinungen (Post-mortem apparitions)
- · Geister von Verstorbenen (Ghosts bzw. Hauntings)
- · Gruppe 1 meint Erscheinungen, die bewusst bewirkt, also provoziert werden, d. h., jemand versucht, eine Geistererscheinung zu erzeugen. Dies sind die Erscheinungen von Lebenden. Die nächsten drei Gruppen unterscheidet Tyrrell nach der Zeit ihres Erscheinens: Die Fälle der Gruppe 2 finden meistens um den Zeitpunkt des Todes herum statt, stammen möglicherweise von noch lebenden, aber eventuell sterbenden Menschen, während die Post-mortem-Erscheinungen kurze Zeit nach dem Tod auftreten. Die letzte Gruppe, die englischen hauntings, sind die Geister par excellence. Sie werden im Englischen einfach nur Geister, ghosts, genannt oder auch „apparitions of the dead“ bzw. „appearances of the dead“, was im Deutschen den Geistern von Verstorbenen entspricht. Diese Geister treten noch lange, manchmal viele Jahre oder Jahrzehnte und länger nach dem Tod eines Menschen auf (römische Soldaten von York).
- Rosemary Guiley fügt in ihrer „Encyclopedia of Ghosts“ (1992) noch drei weitere, in der Literatur immer wieder erwähnte Geistergruppen und eine weniger beachtete vierte Gruppe hinzu.
- · Kollektive Geistererscheinungen (Collective Apparitions)
- · Reziproke Geistererscheinungen (Reciprocal Apparitions)
- · Sterbebettvisionen (Deathbed Apparitions)
- · Erscheinungen in Fällen, die Reinkarnation nahe legen (Apparotopms in Cases Suggestive for Reincarnation)
- · Geister von Menschen können im ortsgebundenen Spuk und personengebundenen Spuk erscheinen.
Um Tod und Sterben kreisen fast alle Geister. Die meisten Geister von Menschen erscheinen nur allzu häufig am Sterbebett, und die Sterbenden selbst können häufig von Menschen, die nicht in ihrer Nähe sind, ihnen aber doch sehr nahe stehen, gesehen werden. Mary Rose Barrington, Juristin und langjährige Forscherin auf dem Gebiet der so genannten Spontanfälle, die dem Leben und nicht der Laborforschung entstammen, greift einen alten, gut bezeugten Fall aus Sevilla auf. Bemerkenswert an dieser klassischen „death apparition“, der Erscheinung eines Sterbenden, ist die exakte Uhrzeit - Uhren schlagen ja nicht immer im passenden Moment. So gibt auch diese Geistererscheinung wie die meisten „death apparitions“ keine schlüssige Antwort darauf, ob der Sterbende zum Zeitpunkt seiner Erscheinung bereits ein Verstorbener ist oder nicht.
Geister von Tieren
Neben der größten Gruppe von Geistern von Menschen können auch Geister von Tieren wahrgenommen werden. Am häufigsten handelt es sich dabei um die Geister von Haustieren wie Hunden und Katzen. Den „apparitions of animals“ ist auch ein ganze Kapitel gewidmet in Greens und McCreerys Buch über Geistererscheinungen. Ein neues Beispiel berichtet Tony Cornell in „Investigating the Paranormal“, wo er die Erscheinung seiner Boxer-Labrador-Hündin Boozer beschreibt. Seine Mutter, die gerade in der Küche beschäftigt war, hatte Boozer für etwa 3o Sekunden gesehen, als sie mindestens schon 25 bis 30 Minuten tot war.
Geister von Verstorbenen
Ein Geist muss tot sein, wenn er sein richtiger Geist sein soll, d. h., er muss streng genommen noch leben, ein als Geist weiterlebender Toter sein. Der Geist eines verstorbenen Menschen, der nach dem physischen Tod eine eigenständige Existenz führt und erscheint, ist der Prototyp eines Geistes schlechthin.
Wenn auch die Geister der Verstorbenen Geister „par excellence“ sind, so sind doch genau sie die heute am meisten umstrittenen. Die Wahrung, dass Tote wiederkehren, ist dagegen so alt wie der Tod selbst. Und doch stellt sich die Vorstellung eines Geistes dem wissenschaftlichen Beweisanspruch so quer in den Weg. Wie Ironie wirkt es, wenn Geister von Verstorbenen sich unter den strengsten klinischen Kontrollmaßnahmen sehen lassen, wenn sie Sterbenden erscheinen, die schon längst tot sein müssten, weil keinerlei körperliche Symptome mit EKG oder EEG, nicht einmal am Hirnstamm zu beobachten sind. Bedeutende Ärzte und Forscher wie Pim van Lommel und Peter Fenwick berichten davon. Es sind die Erlebnisse in Nahtoderfahrungen, bei denen teilweise beachtliche Informationen vermittelt werden.
Doch auch Gesunde sehen Geister von Toten. So ergab eine Umfrage in Deutschland, dass 20 Prozent der Bevölkerung schon einmal eine Erscheinung eines verstorbenen Menschen erlebt haben. Die Geister der Vergangenheit geben uns am meisten zu denken, fordern sie uns doch dazu auf, das Vergangene nicht zu vergessen und auch die Kürze der Gegenwart zur Maxime unseres Lebens und Handelns zu machen. Die Erscheinungen von Geistern, die Verstorbenen angehören, kommen nie mit leeren Händen sie sind immer mit einem tiefen Sinn oder Grund verbunden.
Geister-Theorien
Ideen, was Geister sind und wie ihre Erscheinungen erklärt werden können, sind so alt wie die Geister selbst. Ebenso alt sind allerdings die Theorien, die Geister wegerklären wollen. Betrug und Sinnestäuschung standen immer schon oben auf der Liste der möglichen Antworten auf Geisterspuk. Das menschliche Gehirn hat viele Tricks auf Lager und lässt durchaus Bilder von Geistern entstehen, die keinen Bestand haben, reine Kopfgeburten oder Hirngespinste sind. Geister können falsch sein. Wenn sie sich jedoch als resistent erweisen gegenüber skeptischen, kritischen und exakten Prüfungen, müssen wir anderswo nach Lösungen suchen. Eine einzige, befriedigende Antwort haben wir noch nicht. Verschiedene Epochen und geistige Strömungen favorisieren mal die eine, mal die andere Vorstellung. Die griechische Antike versteht den Kosmos als ein geordnetes, harmonisches, von guten wie bösen Göttern, Dämonen und Naturgeistern regiertes Ganzes, in dem nichts verloren geht und eine Unterwelt die Seelen der Verstorbenen auffängt.
Unter bestimmten Umständen lassen sich die Geister von Verstorbenen auch in der Welt der Lebenden blicken oder hören, riechen und fühlen und sind in der Lage, Einfluss auf sie auszuüben so erfahren es Generationen von Menschen auf der ganzen Welt. Das ist der Hauptgrund für die ebenfalls universale Ahnenverehrung. Die Griechen unterschieden drei Arten von Nekydaimones, von Totendämonen, nämlich Ahoros, Biaiothanatoi und Ataphoi.
Im Keim sind viele Geister-Theorien schon lange vorhanden gewesen, wenn sich auch eine Entwicklungstendenz von der Suche nach Mächten in der äußeren Welt (Götter, Dämonen, Naturwesenheiten) zu der Forschung der im Menschen selbst liegenden Kräfte (Projektion, Kreation) abzeichnet. In jüngster Zeit nimmt diese Entwicklung eine Wende zurück zu den Naturkräften, die heute in der Erde, in geomagnetischen und elektromagnetischen Feldern als Bedingungen für Geistererscheinungen wie Poltergeister oder ortsgebundenen Spuk angesehen werden.
Auch unterirdisches Wasser, seismische Aktivität und Infraschallwellen werden als ursächliche Faktoren diskutiert. Die Suche in der Außenwelt nach Gründen für Geister führt also immer noch in die Gründe der Erde. Ideen und Kenntnisse um die in der Erde vorhandenen Kräfte und besondere Kraftorte führt etwa Marko Pogablik heute wieder zusammen mit den alten Vorstellungen von geistigen Mächten, die in der Erde schlummern und als Naturgottheiten, als eigenständige Wesenheiten erfahren wurden. Heute werden eher Naturgeister als Gottheiten wahrgenommen, die in kaum zählbaren Variationen erscheinen können (Erdgeister). Doch die Geister der Natur blieben nicht immer so fern, wie man es gern hätte. Sie kamen immer näher an die menschlichen Siedlungen heran, bis sie Einzug in die Häuser und Wohnungen nahmen und nun als Hausgeister in allen nur denkbaren Erscheinungsarten spuken.
Im Bereich der Natur- und Hausgeister überlappen sich schließlich die alten Ansichten von Naturgottheiten und Menschenseelen sie können beides sein. Entspringen sie aber höheren Sphären, sind sie wie manche Poltergeister gefallene Engel.
Die Forschung wendet sich auch den höheren Regionen zu, den Sternen, sucht sie doch in der lokalen Zeit einen Faktor, der, wenn auch nicht in Hinblick auf eine Geister-Theorie, so doch als „physikalisches Korrelat für PSI“ diskutiert wird. Die himmlischen Regionen mit ihren Lichtwesen und Engeln spielen besonders in den Nahtoderfahrungen eine bedeutungsvolle Rolle und sind dort fester Teil der typischen Erlebnisabfolge. So sind die Geister der Himmelswelt noch nicht vergangen. Die Luftgeister und allen voran die Feen haben heutzutage eine große Zeit, sind jedoch kein Forschungsgegenstand oder Nebenaspekt eines Forschungszweigs.
Die Volkskunde, die das größte Wissen auf diesem Gebiet besitzt, sieht die Erscheinungen aus der Distanz und legt auf ihren Realitätsbezug kein Gewicht.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Leben seine Geschichten ganz so schreibt, wie es will, und dass viele Menschen mit einer Realität konfrontiert werden. Die Projektionstheorie besagt, Geister seien von Menschen projizierte Bilder, und diese können vielseitig bedingt sein, sogar durch Stimulation des Gehirns hervorgerufen werden was auf einen bestimmten physischen Zustand, nicht aber auf eine Ursache hinweist. Während jedoch die Suche im Innern mit der modernen Psychologie mit Riesenschritten vorangeht und immer mehr Schwachpunkte der Sinne und des Erinnerungsvermögens aufdeckt, bleibt die Welt der Mythen nebenbei ganz lebendig - denken wir nur an den Individuationsprozess der Seele.
Um helleres Licht in die vielen Ansätze zu bringen, die Geistererscheinungen zu erklären versuchen, konzentrieren wir uns auf die sieben großen Gruppen
von Geister-Theorien, die heute diskutiert werden:
1. Betrug
2. Täuschung - Psi ist nicht involviert Falsche Interpretation von äußerer Stimulation
- · Geomagnetische Felder Elektromagnetische Felder
- · Infraschallwellen
- · Elektrische Gehirnstimulation (im Labor)
- · Fehlwahrnehmung
- · Illusion
- · Gestaltung des unvollkommen Wahrgenommenen
- · Fehlerinnerung
- · Erinnerung wird passend zum Glaubenssystem nachträglich ausgeschmückt
- · Irrtümer durch Motivation (Glauben heißt Sehen)
- · Suggestion
- · Bewusstseinsstörungen
- · Falsches Erwachen (hypnagogische Bilder in den Morgenstunden)
- · Psychotische Zustände bei Schizophrenie oder Gehirnschaden (Halluzination)
- · 3. Spuren-Theorien (trace theories) - Psi ist involviert
b. Gedächtnis der Köperzellen
4. Subjektivistische bzw. animistische Theorien - Psi oder Super-Psi ist involviert
5. Objektivistische bzw. spiritistische Theorien - Super-Psi reicht zur Erklärung nicht mehr aus
6. Regie-Theorie (Objektiv existierender Geist gibt Impuls - Geisterbild wird subjektiv ediert)
7. Kosmisches Reservoir und Archive des Geistes (auf kosmischer Ebene gespeichertes Wissen)
8. Holistische Geister-Theorie (Kombination verschiedener Aspekte der Theorien)
Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Theorien sind denkbar. So können zum Beispiel die unter Täuschung angeführten hypnagogischen und psychotischen Zustände sowie die experimentellen Gehirnstimulationen unter Umständen günstige Vorbedingungen schaffen für wirkliche Erfahrungen, in denen Psi, Super-Psi oder ein selbstständig existierender Geist involviert ist. Die Vertreter der mindestens 2000 Jahre alten Idee der Besessenheit zur Erklärung von Epilepsie könnten etwa die besonderen physiologischen Konditionen des Epileptikers als Vorbedingung der Erfahrungen ansehen.
Subjektivistische Theorien erklären eine Geistererscheinung anhand der beteiligten lebenden Menschen, die auf mehr oder weniger komplizierte Weise das Geisterbild entwerfen oder projizieren. Im Gegensatz zu den Betrugs- und Täuschungstheorien gehen sie davon aus, dass etwas Wahres in den Geistern ist, dass ein paranormaler Faktor involviert ist, der eine realitätsbezogene Nachricht - etwa die Information über die augenblickliche Situation eines Menschen - überbringt.
Der kritische Scheidepunkt der beiden Theorien liegt in der Frage, wie weit Telepathie reichen kann. Die bisher bekannte Form von Telepathie geht von zwei Lebenden aus, die miteinander in Interaktion stehen. In vielen Fällen von Geistererscheinungen reicht sie als Erklärung nicht aus, wenn der Tote etwa ein Wissen vermittelt, das dem Empfänger nicht bekannt ist. Der Tote könnte es einem Dritten zu Lebzeiten mitgeteilt haben, von dem der Empfänger die Nachricht nun telepathisch erhält. Hier wird die Kapazität von Außersinnlicher Wahrnehmung (ASW) überzogen, und man spricht daher von Super-ASW bzw. englisch Super-ESP.
Doch auch die Super-ASW oder Super-Psi genannte Theorie kommt schnell an ihre Grenzen, wenn nämlich keiner der Lebenden von der betreffenden, kommunizierten Angelegenheit etwas gewusst hat. AIan Gauld stellt einige Fälle dieser Art. In seinem Buch „Mediumship and Survival“, die ein Leben nach den Tod nahe legen, vor. Eine plausible Möglichkeit ist die Theorie, in der ein objektiv existierendes Geistwesen angenommen wird, das etwas vermittelt in unser eigenen Geist« jedoch unser das konkrete Bild entwirft.
Dies könnte die vielen merkwürdigen Gewänder, in denen Geister erscheinen verständlicher machen. Es mag schließlich eine Kombination verschiedenste Aspekte der einzelnen Theorien bei der Erklärung einer Geistererscheinung zum Einsatz kommen, um all die Varianten von Geistern gerecht zu werden.
Geisterarten
Tausendundeine Nacht für tausende und einen Geist - und das ist noch weit untertrieben. Wir können die Geister nicht zählen, die sich im Schatten der Menschenwelt tummeln. Selbst 1000 Arten von Geistern wären noch sehr niedrig angesetzt, wenn wir der Geisterrealität ins Gesicht. sehen.
Unsere Welt ist von Geistern hoffnungslos überbevölkert. Ordnung in das Wirrwarr der Geisterwelt zu bringen bedeutet, sie bestimmten Kriterien zuzuordnen, und da bietet sich vieles an:
- · Wahrnehmungsart (optisch, akustisch, haptisch, olfaktorisch, Gefühl, Ahnung, innerer Sinn)
- · Erscheinungsform (Menschengestalt, Tierform, Mischformen, Wandlungsgeister, beliebige)
- · Farbe (alle, vor allem schwarz und weiß)
- · Körperliche Beschaffenheit (Durchlässigkeit bis Kompaktheit)
- · Tageszeit (Nacht, Tag, Mitternacht, Mittag)
- · Lebenssituation (Tod, Sterben, Krankheit, Krise, Konflikt, Geburt, Hochzeit)
- · Erscheinungsort (Haus, Schloss, Burg, Kirche, Turm, Mühle, alle Orte in der Natur)
- · Erscheinungsbereich (Natur, menschlicher Wohnbereich)
- · 9. Interpretation: Wer oder was sind sie? (Menschen, Tiere, Dämonen, Engel, Gottheiten usw.)
- 10. Bedeutung und Einfluss auf das menschliche Leben (gut, böse, freundlich, hilfreich, lustig)
Jeder der zehn Punkte lässt sich weiter zergliedern, und wir bekommen schon eine leise Ahnung von den Größenordnungen, in denen sich die verschiedenen Arten und Typen von Geistern bewegen. Schwer kategorisch einzufangen sind vor allem die Verwandlungskünstler unter den Geistern sie erscheinen in immer wieder anderer Form, wie wir etwa vom Alp oder vom Poltergeist wissen.
Geisterbeschwörung
Die Macht der Geister und ihre Kenntnis von der Zukunft für eigene Zwecke zu nutzen, lag schon immer im Interesse der Menschen, und sie haben sich allerlei magische Worte und Handlungen einfallen lassen, um mit ihnen Geister beschwören zu können und ihren Willen zu brechen. Griechisch-ägyptische Zauberbücher und praktische Anleitungen, die auf Goldtäfelchen geschrieben stehen, zeugen davon.
Beschworen werden entweder Götter, Dämonen oder die Geister der Toten (Geister von Verstorbenen). Der Zweck ist ganz unterschiedlich, doch das Mittel ist immer Gewalt. Es ist kein demütiges Bitten um Hilfe, sondern ein bewusst in Angriff genommener Kampf mit den geistigen Mächten. Gibt es auch eine
Jedes Wort ist ein Wort der Beschwörung. Welcher Geist ruft, ein solcher erscheint. Diesen Gedanken kennen wir schon von Theodor Fechner (Gedankenkraft): Die Geister, die uns entsprechen, ziehen wir an - eine einfache, aber goldene Regel.
Geisterbuchautoren
Es gibt eine beinahe unendlich lange Reihe bekannter wie unbekannter Autoren, die sich ernsthaft mit Geistern befasst haben: Theoretische Werke und Fallberichte, darunter detaillierte Einzelfallbeschreibungen und große Fallsammlungen. Die Schriften reichen weit in die Vergangenheit zurück, und wir finden schon in der Antike viele lesenswerte Stellungnahmen zu Geistererscheinungen.
Geistererscheinungen
Eine Geistererscheinung kann die Erscheinung eines Geistes sein sowie auch eine geisterhafte - Erscheinung im weiteren Sinn, die Außersinnliche Wahrnehmung (ASW), Spukphänomene (RSPK) und alles das, was geisterhaft im Sinn von unbekannt oder unerklärlich erscheint, einschließt kann ein Phänomen nicht nach den bekannten naturwissenschaftlichen Gesetzen erklärt werden, wird die Ursache eines solchen Phänomens gern in Geistern gesucht. Eine Geistererscheinung im ersten und gebräuchlichsten Sinn ist die visuelle Wahrnehmung eines Menschen, Tieres oder anderen Wesens in nicht physischem Körper, während Geister auch akustisch, haptisch und olfaktorisch wahrgenommen werden können - sie sind dann streng genommen keine Erscheinung mehr.
Geistererscheinungen in Krisensituationen
Geister sind Grenzgänger. Sie erscheinen an den großen Schwellen des Lebens, in Übergangssituationen, in Zeiten der Wandlung, in schweren Krisen und auch gehäuft vor, bei und nach dem Tod. Wenn die Welt nicht mehr stimmt, wenn wir an die Grenzen unserer Kräfte gestoßen sind, wenn das Leben so schwer geworden ist, dass es irreal wirkt, dann ist die Stunde der Geister gekommen Menschen sind in solchen Lebensphasen sehr sensibel und werden, wenn sie es nicht sowieso schon sind, sensitiv. Wenn sich die Außenwelt verschließt, öffnet sich ihr Inneres. Sie werden empfänglich für Dinge, die im normalen Trubel des Alltags untergehen, ungesehen, ungehört und unverstanden bleiben.
Geistererscheinungen, wiederkehrende
Ein Geist kommt oft allein, aber nicht immer nur einmal. Im so genannten ortsgebundenen Spuk finden sich die eigenartigen Geistergestalten wieder und wieder an ein und demselben Ort ein. Sie scheinen an eine bestimmte Stelle gebunden und mit ihr verbunden zu sein. Sie wiederholen stereotyp ihr Verhalten, ihre Bewegungen, ihren Gesichtsausdruck und sehen auch immer gleich aus. Das Charakteristische an ihnen kehrt immer wieder, manchmal jahrhundertelang. Klarheit in diese zum Teil in längst vergangene Zeiten zurückreichenden hauntings, wie dieser Spuktypus im Angloamerikanischen genannt wird, zu bringen wird mit dem Verstreichen der Zeit immer schwieriger. Kein Spuk außer dem Poltergeist kann so häufig vorkommende Phänomene liefern, dass sie sich gut dokumentieren ließen - die an einen Ort gebundenen Geistererscheinungen verteilen sich vielmehr in großen Abständen über mitunter sehr lange Zeiträume. Trotz Wiederholung stehen wir hier wie so oft vor einem schwer fassbaren, überprüfbaren Phänomen. Doch zum Glück gilt: Je öfter ein Geist gesehen wird und je mehr Personen das Erlebnis teilen, desto schwerer lässt es sich verleugnen. Wiederkehrende Geistererscheinungen, wie sie Celia Green und George McCreery in ihrem Buch über Geistererscheinungen verstehen, sind jedoch nicht ortsgebunden und können ihrem Beobachter manchmal bis in andere Städte folgen. Im Gegensatz zum personengebundenen Spuk in Poltergeistfällen bieten sie aber nicht dessen tragikomisches Szenarium.
Nicht nur Erscheinungen von Menschen können sich wiederholen, auch Geister von Tieren erscheinen mitunter viele Male. Katzen stehen ganz vornean, wenn es um wiederkehrende Geistererscheinungen von Tieren geht.
Geisterfotos
Während manche aus Angst oder aufgrund schlechter Erfahrungen die Gegenwart von Geistern ablehenem hoffen Forscher auf ihr Erscheinen, wenn sie nicht selbst von Geisterangst geplagt sind. Es liegt im Interesse der Forschung. Geister auf Fotos und Film zu dokumentieren. Wir müssen allerdings festhalten, dass es keine 100 prozentigen Geisterfotos gibt.
Der britische Fotograf Sir Simon Marsdon fängt mir der Infrarotkamera Stimmungen an geisterhaften Oren und Landschaften in Großbritannien, mit Vorliebe in den keltischen Regionen, doch auch in anderen europäischen Ländern, einschließlich Deutschland meisterhaft ein. Seine Fotos lassen die ästhetisch gespensterhafte Atomsphäre die sich um Herrenhäuser und Schlösser, verfallene Gemäuer und steinerne Zeugen vergangener Zeiten zusammenbraut, fast aus den Bildern.
Bekannt ist die öffentliche Mary Evans Picture Library in London. Sie enthält überwiegend historische Geisterfotografien. In Deutschland wenn es um Geisterdokumentation auf Film und Foto geht - im Institutsarchiv befindet sich u. a. ein Film, auf dem die Rotation eines Bildes in der Rosenheimer Anwaltskanzlei festgehalten werden konnte, in der es in den Jahren 1967 und 1968 heftig spukte (Rosenheim, Spuk von). Fünf international als herausfordernd angesehene Geisterfotos sind die Brown Lady, Mrs. Chinnerys, Lord Comberemere, Ghosts in waves und der Tulip Staircase Ghost. Eine der interessantesten Geisterfotos Sammlungen befindet sich in den Händen von Maurice Grosse, London, einem langjährigen Experten im Bereich paranormaler Spontanfälle.
Geisterhaus
Ein Geisterhaus ist ein Haus, in dem ein ortsgebundener Spuk stattfindet.
Geisterstimme
Geister sprechen nicht viel und nicht oft. Aber sie tun es gelegentlich, manchmal in Verbindung mit ihrer Erscheinung, manchmal auch nicht. Letzteres passierte etwa einem Kapuziner, der noch bis spät in die Nacht hinein ins Gebet vertieft war.
Geisterkörper
Schon das Wort Geistkörper zeigt die Widersprüchlichkeit, die Geistererscheinungen ständig im Sprachgebrauch begleiten: Geist wird allgemein als Gegensatz verstanden zu Körper, ein Geist erscheint, obwohl er unsichtbar sein müsste ganz so, als ob es sich bei Geistern um keine reine Geisthaftigkeit handle. Den Geistern, die man sehen kann, haftet also doch ein Quäntchen Materie an. In der westlichen Welt wird heute, wenn überhaupt noch, von einem oder zwei anderen Körpern als dem physischen gesprochen, und das sind der Astralkörper und der Ätherkörper. Grundsätzlich gilt, das es zwei extreme Arten der Beschaffenheit eines Geistkörper gibt, von einem Licht bis hin zu einem originalgetreuen Doppelgänger. Dazwischen liegen beliebig viele Nuancen, und deren wichtigste sind:
- · Ein Geist erscheint als Licht
- · ein Geist erscheint als wolkenartiges Wesen;
- · ein Geist erscheint unstofflich bzw. feinstofflich, als transparente Gestalt;
- · ein Geist erscheint leicht stofflich, blockiert etwa eine Lampe, an der er vorbeigeht;
- · ein Geist erscheint als stofflicher Doppelgänger, der vom Original nicht zu unterscheiden ist.
- · Der Doppelgänger gehört zu den bemerkenswertesten Erscheinungsformen von Geistern, da er wie ein ganz gewöhnlicher physischer Körper wahrgenommen wird. Er ist ein relativ seltenes Phänomen.
- Der Philosoph und Pädagoge Omraam Mikhaöl Aivanhov, der in einer langen geistigen Tradition steht, spricht von sechs verschiedenen Körpern bzw. Seelen, die der Mensch hat:
- · Physischer Körper
- · Astralkörper
- · Mentalkörper
- · Kausalkörper
- · Buddhi-Körper
- · Atmankörper
- · Jeder dieser sechs Körper besitzt seine eigene Seele, ist wie die Materie mit Energie verbunden. Der physische Körper ist danach zuständig für unser Handeln, der Astralkörper ist Träger des Gefühls, der Mentalkörper des Intellekts. Diese ersten drei Körper oder auch Seelen bilden das „niedere Ich“. Den nächsten drei Körpern sind ebenfalls Handeln, Fühlen und Denken zugeordnet, nur auf einer höheren Ebene, und der Atmankörper ist der höchste unter ihnen. Diese drei bilden unser „höheres Ich“, unser „göttliches Selbst“ eines Tages werden sich niederes und höheres Ich vereinen.
Geisterzeit
Zeiten des Zwielichts und des Übergangs sind Geisterzeiten: Mondschein und Nebel, Tageszeiten wie Dämmerung, Abend, Nacht, Mitternacht und auch der Mittag. Der Wechsel der Jahreszeiten ruft Geister hervor, an Sonnenwenden im Mittsommer (Mittsommernacht, Johannisnacht) und Mittwinter (Weihnachten), auch im Frühling (Walpurgisnacht, Beltane, Ostern) und Herbst (Samhain, Halloween). Der Übergang zu neuen Lebensphasen wird ebenso von Geistern Grenzgängern begleitet, wenn uns Lebenssituationen an die Grenzen dieser Welten führen.
Gespenst
Übernatürliche Erscheinung, paranormales Phänomen, ein feinstoffliches, ursprünglich konturloses Abbild eines vermeintlich Verstorbenen, das schemenhaft wahrnehmbar vornehmlich des Nachts agiert und dabei Spuk Phänomene verursacht. Geister und Gespenster sind im heutigen Sprachgebrauch ein unzertrennbaren Paar, auch wenn ihre Wurzeln in verschiedene Richtungen weisen. Im Althochdeutschen haben wir da Verb äspanan, „verlocken“, und später im Mittelhochdeutschen ist das gispanst schon gleichbedeuten mit einem Trugbild. Der Begriff ist heute sehr weit gefasst. Im Lateinischen ist das Gespenst ein spectrum. Allgemeinen definiert man Gespenster als Tote die sich nicht von dieser Welt lösen könnten und den Weg ins Jenseits nicht fanden oder die wieder vom Jenseits zurückgekehrt sind, um den Lebenden etwas mitzuteilen. Was sie umtreibt, kann eine nicht getilgte eigene Schuld sein oder schweres Unrecht, das ihnen zu Lebzeiten wiederfahren ist
Gespenster verhalten sich nicht unbedingt rational. Sie scheine die Gesetze dieser Welt vergessen zu haben, müssen jedoch wie in einem schweren Traum an gewissen Orten verweilen. Redet man sie an, bleiben sie oft stumm oder antworten mit Grabesstimme. Beliebe Orte sind geschichtsträchtige Schlösser, Mordhäuser oder Friedhöfe. Oft leiden Gespenster an einem Widerholungszwang von Handlungen, die in ihren Leben von Bedeutung waren, nun aber jeglichen Sinn verloren haben, was ihre Unerlöstheit betont. Gespenster verursachen uns nicht nur Alpträume, sie scheinen in ihrer Existenz selbst in einem solchen gefangen zu sein. Was uns bei Gespenstereischeinungen mit Schrecken erfüllt, ist ihre Zunichtemachen unserer empirisch beobachtbaren Erfahrungswirklichkeit. Dass es etwas geben soll, was es eigentlich nicht geben kann, löst in uns jenes geheime Grausen aus.
Gründe für das Erscheinen von Verstorbenen
Es gibt genug Gründe für Geistererscheinungen von Menschen. Zu den ganz alten, klassischen Überzeugungen, warum manche Verstorbenen keine Ruhe finden können, gehört vor allem ihre Todesart (Totendämonen). Die griechische Antike kannte drei große Gruppen von unruhigen Seelen: die zu früh verstorbenen (Ahoros), die durch einen Gewaltakt Gestorbenen (Biaiothanatoi) und die Nichtbegrabenen (Ataphoi).
Im Laufe der Geschichte sind noch viele andere Gründe für das Erscheinen von Verstorbenen gesehen worden, z.B. der nicht ausgeführte letzte Wille, was schon aus der altnordischen Mythologie bekannt ist, dann das nicht umgesetzte Testament oder unvollendete Geschäfte oder Anliegen, die der Tote nicht mehr erledigen konnte, das Informieren über bestimmte Angelegenheiten, die Sorge für die Hinterbliebenen, das Voraussagen zukünftiger Ereignisse, das Abholen von sterbenden Angehörigen, das Warnen und Beschützen in Gefahrensituationen, das Trösten der lebenden Angehörigen und nicht zuletzt das Berichterstatten, wie es im Jenseits aussieht.
Gütchen (Gütel, Gütgen, Güttichen)
Der liebenswerteste unter den Hausgeistern verrät sich schon mit seinem Namen: Gütchen tut Gutes, und seine unzähligen anderen Namen wie Gütgen, Gutelen, Guteli, Güttichen oder Göthel lassen auf dasselbe schließen. Dieser gute Geist wird in vielen historischen Werken erwähnt, so etwa von Johannes Wierus in seinem bedeutenden Dämonen-Bestseller „De Praestigiis daemonum“ (1563), der im nu fünfmal neu aufgelegt und ins Deutsche übersetzt wurde. Grimmelshausen benutzte ihn für seinen Simplicissimus (II, 8). Wierus zählt die Gutelen zu den Trullen (trulli) bzw. Trollen, den heute nur noch mit Skandinavien assoziierten Verwandten der Zwerge.
Wierus beschreibt die Gutelen (lat. guteli) als wohltätige Geisterchen, die den Menschen gut gesinnt seien und täglich einen Teil der Hausarbeit verrichteten, ja echte Freunde der Menschen seien. Die Gütchen gehören zu den Kobolden, der größten aller Geistergruppen, zu denen auch Zwerge und Gnome gehören, sind aber auf das Haus der Menschen konzentriert. Doch wie alle Kobolde haben auch diese fleißigen und kinderfreundlichen Geister einen Haken: Ihre Stimmung kann plötzlich umschlagen, und dann werden sie zu Plagegeistern. Während Poltergeister wie gefallene Engel erscheinen, sind Gütchen die Engel unter den Kobolden.
Gute Geister
Die Reihe der guten Geister ist lang, und nur einige wenige Exemplare sind die Engel, Gütchen, Schutzengel, Schutzgeister und Zwerge (gute Leutlein).
Guter Blick
Wenn auch seltener als wünschenswert, so gibt es ihn doch immerhin, den guten Blick. Er gehört Göttern, Heiligen, Königen und mitunter auch einfachen Menschen, besonders Kindern an. Doch die Reinheit der Seele und des Herzens ist unbedingte Voraussetzung für diesen förderlichen Blick. Schon ein einziger Augen-Blick von solchen Göttern und Menschen kann Glück und Segen bringen. Unschuldige Kinderaugen tun besonders gut. So lassen etwa die Menschen im Isergebirge ein neugeborenes Kind in den Stall gucken, auf dass es dem Vieh wohl ergehe und die Viehzucht gut gelinge. Oder man lässt sich in Oldenburg einfach in die Karten gucken, natürlich von einem mit dem guten Blick das bringt Glück. Doch der gute Blick kann nicht allein etwas Wunderbares bewirken, er kann auch Schlechtem entgegenwirken. So ist ein nützlicher Effekt des guten Blickes, dass er den Schaden, der einst von einem bösen Blick ausgegangen ist, wieder gutmachen kann.
Wer hat nicht schon einmal die wohltuende, heilsame Kraft eines gut gemeinten Blickes gespürt?
Ghul
Ursprünglich arabische, tiergestaltige, magische begabte Wüstengeister aus der Gattung der Dschinn mit Vorliebe für Blut und Menschenfleisch. Wie die meisten Unholde werden wie etwa Zombies oder Vampire auch Ghuls inzwischen vergleichsweise inflationär behandelt, um die benötigte Komparserie des Schreckens aufzustocken, ohne dabei natürlich Rücksicht auf das eigentliche Wesen zu nehem. Eine Gestalt der islamischen Mythologie ist Ras-al-Ghul (Kopf des Ghul), eine Figur, der man als magisch begabten Widersacher begegnen kann.
Ghost in Waves
Was ist die Geschichte des berühmten Fotos von den Geistergesichtern in den Wellen, Ghots in Waves?
Die Besatzungsmitglieder der S. S. Watertown reinigten gerade den Tank eines Öltankers, der im Dezember 1924 auf dem Weg von New York City zum Panamakanal war. Durch einen Gasunfall kamen die beiden Männer ums Leben. Wie damals üblich wurden die beiden Matrosen im Meer bestattet, und zwar am 4. September, an der mexikanischen Küste. Am nächsten Morgen, noch vor der Dämmerung, sah ein Matrose die Gesichter der beiden Seemänner an der Hafenseite des Schiffes. Sie waren etwa zehn Sekunden im Meer zu sehen, bevor sie wieder verschwanden. Einige Tage lang wurden die Phantombilder der Seeleute in den Wellen, die dem Schiff folgten, vom anderen Leuten der Besatzung gesehen. Als sie in New Orleans anlegten, meldete ein Kapitän merkwürdige Vorfälle der zuständigen, die mit dem Vorschlag kam, Fotos von den Geistergesichtern zu machen. Als die Gesichter wieder im Wasser auftauchten, machte man sechs Aufnahmen und verschloss die Kamera. Später zeigten davon 5 Fotos nichts anders als den üblichen Meerschaum, nur eines zeigte die Gesichter der toten Seeleute.
Gläserrücken
Ähnlich wie das vor allem in Amerika verbreitete Ouija, ist das Gläserrücken ein Orakel Spiel im Grenzbereich von Esoterik und Okkultismus. Hierbei agiert eine Gruppe von Teilnehmern als kollektives Medium und legt seine Zeigefinger auf ein auf dem Kopf stehendes Glas, das sich inmitten eines Buchstabenkreises befindet, der außerdem auch „ja“ und „nein“ , „schwarz“ und „weiss“ und die Zahlen von 0 bis 9 beinhaltet. Hierauf wird nun ein vermeintlicher Geist beschworen, der darauf durch Herumdrücken des Glases von Buchstabe zu Buchstabe Antwort gibt. Inwieweit dieses Phänomen durch das Unterbewusstsein der Gruppe hervorgerufen wird, ist bis dato nicht befriedigend geklärt.
Gnom
Dämonisch zwergenhafte Figur des Volksglauben, in Art und Verhalten dem Kobold nicht unähnlich. Der Name entstammt aller Wahrscheinlichkeit dem Griechischen und wird von genomoi (Erdbewohner) oder gnomon (Wächter) abgeleitet.
Grab
Obwohl auch ohne ihn funktionierend, ist das Grab in der Regel der Ort zur Ablage des Sarges und Ruheplatzes eines Toten, der im Zentrum der zivilisatorischen Errungenschaft der Bestattung steht. Das klassisch europäische Grab ist eine Mannsgroße Grube von über 1m Tiefe, es kann sich dabei jedoch auch um Krypten, Mausoleen, Grüfte oder Pyramiden und um übertragenen Sinne um so ziemlich jeden Ort handeln, an dem Individuen Tod zu sein belieben.
Grabschändung
Im Gegensatz zur Exhumierung ungenehmigtes Öffnen eines Grabes und Vornahme ebenso wenig genehmigte Handlungen, welche die Totenruhe stören. In jedem Fall ist das Motiv der Grabschändung ein überaus beunruhigendes.
Gruft
Grabgewölbe, ungleich großzügigere und gemauerte Variante des Grabes, wo in der Regel Platz für mehr als einen Leichnam ist. In der Regel sind es da mir jemanden begraben sein eine überaus intime Angelegenheit ist am ehesten Familienangehörige, die sich eine Gruft teilen.
Großbritannien
Der Verdienst des Landes bezüglich der Geister ist abgesehen von der Tatsache, das Großbritannien getrost als Mutter der klassischen Geistergeschichten betrachtet werden kann. Überwiegend ist hier die Literatur. Das Genre prägten Autoren wie Montague Rhodes James, Matthew Gregory Lewis, Horace Walpole oder H.G. Wells bescherte uns die Insel. Wen man Irland zu England zählt, kommen auch noch Sheridan Lefanu und Charles Maturin dazu, womit wir einen Großteil der prägenden Geister der Literatur des 19. Jahrhunderts versammelt haben dürften, denen hier auch Arthur Machen und Algernon Blackwood zur Seite gestellt werden.
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