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Ka
Im Ägyptischen wird mit Ka eine ursprüngliche Schöpfungskraft bezeichnet, die jedem Lebewesen und jedem Ding innewohnt und aus ihm her ausstrahlt. Es wird bildlich als feinstofflicher Doppelgänger neben der konkreten, körperlichen Person dargestellt. Der Ka ist auch ein Schutzgeist, der mal aus sieben, mal aus 14 verschiedenen Kräften besteht. Die weiblichen Geister heißen Hemuset. Als Seele überlebt der Ka den physischen Tod und kehrt eines Tages in den Körper zurück. Wie die altnordische Fylgja ist der Ka ein Folgegeist, der seinen Schützling stets begleitet, ja regelrecht an ihn haftet. Der Ka bleibt unsichtbar, ist aber immer eng mit dem Menschen verbunden.
Kasen
Das Kasen ist in der Sprache der afrikanischen Kpelle ein Totem, wörtlich übersetzt ein „Geburtsding“, das im Rücken eines Menschen ist. Diejenigen, denen dasselbe Kasen erscheint, gehören zusammen und bilden eine Klan. Das Kasen erinnert an Folgegeister wie den ägyptischen Ka und nordische Fylga.
Katze, Kätzchen
In vielen Kulturen galt die Katze als ein Tier, das mit besonderen, übersinnlichen Kräften ausgestattet ist . Grund hierfür mögen die phosphorzierenden Augen der Katze sein, ihre geschmeidige Eleganz und ihr Fell, das sich elektromagnetisch aufladen kann. Diese Eigenschaft machten sie vielen Menschen suspekt. Besonders um Mittelalter und zur Zeit der Hexenverbrennungen, brachte man die Katze mit dem Teufel in Verbindung. Aus Japan ist die Vampirkatze Nabeshime bekannt. Das ist eine riesige Geisterkatze, welche die bevorzugte Geliebte des Prinzen tötet, dann die Gestalt der Dame annimmt und den Prinzen bis er krank wird. Schließlich entdeckt man die wahre Identität der falschen Geliebten, und als sie angegriffen wird, kehrt sie zu ihrer Katzengestalt zurück. In China herrschte der Glaube, Katzen, vor allein große Icaubkatzen wie der Tiger, hätten in ihrem Schwanz ein Haar, dank dessen sich der Seele Verstorbener bemächtigen könnten. Auch in unseren Gefielden fürchtete man, ein Toter könne zu einem Vampir werden, wenn über seine Leiche eine Katze springt, weshalb man Katzen aus dem Luis verbannte. Als andere Schutzmaßnahme wurde empfohlen, eine tote Katze auf die Türschwelle zu legen. Besonders dämonische Kräfte wurden bei einer schwarzen Katze vermutet. Träumt man von einer schwarzen Katze, so bringt das Unglück, ebenso wenn einem eine solche über den Weg läuft, wobei sich die Geister streiten, ob es verhängnisvoller ist, wenn sie die Straße von rechts nach links, oder von links nach rechts überquert. Wem eine schwarze Katze zuläuft, der soll sie behalten, denn das bringt Glück. Der Kopf einer schwarzen Katze, das Fell einer schwarzen Katze, ein bestimmter Knochen einer schwarzen Katze, das Herz einer schwarzen Katze, in der Milch einer schwarzen Kuh gekocht, sollen dazu verhelfen, unsichtbar zu machen. Wer in der Christnacht zwischen zwölf und ein Ihr eine schwarze Katze dreimal in einem Sack um die Kirche trägt, ist drei Tage später tot.
Unabhängig davon gab es die Vorstellung, Unglück und Krankheiten könnten Auf Katzen weitergegeben werden, was zu diversen Katzenopfern zum Beispiel beim Einzug in ein neu erbautes Haus führte. Andrerseits gelten Orte, an denen Katzen mißhandelt wurden, als Unglücksstätten. Und Katzen sind zweifelsohne die verbreitete Art von Tiergeistern, die in Häusern spuken. Ein modernes Beispiel hierfür ist die schwarze Katze von Killakee House im irischen County Dublin. Von 1968 bis zum Beginn der siebziger Jahre waren hier unerklärliche Pokergeist Phänomene aufgetreten. Diese unerklärliche Panik vor Katzen, die fast ausschließlich bei Männer zu finden ist, wurde sicherlich nicht ganz zu Unrecht als Angst vor dem weiblichen Element, für das die unberechenbare und geheimnisvolle Katze steht, interpretiert.Katzen sind Geistertiere, wie sie im Buche stehen, gelten sie als klassische Begleiterinnen von Hexen und weisen Frauen. Der Glaube an Glück oder Unglück, der sich um das Auftauchen von Katzen, besonders schwarzer, gebildet hat, hängt auch damit zusammen, dass man früher neben einer unbekannten Katze eine nicht sichtbare Hexe vermutete oder die Katze als verwandelte Hexe, als Katzenhexe, Kobold oder Nix ansah. Das nächtliche jämmerliche Gemaule von Katzen, das mit dem Schreien eines gequälten Babys verwechselt werden kann, und das leise Umherschleichen und die Unberechenbarkeit dieser eigenwilligen Tiere tragen weiter dazu bei, dass sie nicht immer und jedem ganz geheuer erscheinen. Frau Holda und die Berchta pflegten bei ihren nächtlichen Streifzügen mit dem Nachtvolk einen Wagen mit zwei vorgespannten Katzen zu fahren. Katzen können wie viele andere Tiere auch als Geister erscheinen, und manchmal tun sie das wieder und wieder. Unter den so genannten wiederkehrenden Geistererscheinungen von Tieren nehmen Katzen die erste Stelle ein. Es muss nicht immer eine schwarze Katze sein, die ein Geheimnis mit sich bringt. Wie bei vielen Geisterberichten bleibt die Antwort auch in diesem Fall im Ungewissen und kann höchstens in den traditionellen und neuen Erklärungsmustern wie z.B. Geister-Theorien gesucht werden, die die eine oder andere Lösung nahe legen - was keineswegs bedeutet, dass es keine Antwort gibt; man weiss sie nur nicht.
Kelpie
Kelpie ist ein böser Wassergeist aus der schottischen Folklore. In Schottland bekannter, der an Flüssen spukt. Er soll die Gestalt eines wild aussehenden Mannes haben, doch seine besondere Vorliebe besteht darin, unvorsichtigen und ahnungslosen Passanten in Pferdegestalt zu erscheinen und sie zu einem Ritt auf seinem Rücken einzuladen. Dieser wird dann mit einem jähen Sturz ins kalte Wasser beendet und der Reiter ertränkt. Bei stürmischen Wetter hört man den Kelpie umherstreifen, während er seltsame und unheimliche Klagelaute von sich gibt. Wenn er in den Fluß springt, soll sein Schweif das Wasser mit Donnerschall peitschen. Zu der Legende des Kelpie gehört die Behauptung, man könne sich den Wasserdämon einfangen und dienstbar machen, indem man ihm den Hochzeitsschleier einer Braut überwerfe. Doch es sei davor gewarnt, denn sollte der Schleier jemals verlorengehen oder entwendet werden, flieht der Kelpie und spricht einen Fluch über seinen ehemaligen Herrn und dessen gesamte Familie aus. Als Verwandter des Kelpie kann der Nuggle gelten, der sein Unwesen auf den Shetlandinseln treibt, dort jedoch passenderweise die Gestalt eines Ponys innehat.
Keren /Keres
Die Geister der Toten heißen im alten Griechenland Ceres. Die Keren gelten als Kinder der Nacht und werden als abstoßend und mit grauenerregenden Zügen beschrieben. Sie bringen Unglück, Tod und Verderben, was schon aus ihrem Namen hervorgeht, da das griechische Wort Ker, „Verderben und „Tod“ heißt. Manchmal wurden auch die Rachegöttinnen, die- Erinyen, als Keren bezeichnet. Nicht ganz klar ist, ob man die Keren auch mit den Seelen der Toten gleichsetzen kann. Es gibt historische Quellen, die davon berichten, daß man in Athen am 3. Tag des Anthesterien-Festes, das den Toten gewidmet war, die Keren als Totenseelen zunächst in das Haus einlud und bewirtete, um sie anschließend mit dem triumphierenden und wenig freundlichen Ausruf: „Hinaus, ihr Keren, die Anthesterien sind vorbei“, wieder zur Tür hinauszujagen.
Kerberos
Der aus der griechischen Mythologie bekannte Höllenhund, der jedermann in die Unterwelt einkehren läßt, aber niemanden mehr zurück. Wie es sich für einen Wächter der Hölle gehört, ist Kerberos von abstoßender Häßlichkeit. Während Herakles den Höllenhund übrigens durch seine gewaltigen Körperkräfte überwindet, besänftigt Orpheus ihn mit Gesang und Saitenspiel. Nach Ovid verfügt Kerberos nicht nur über drei verschiedene Köpfe, er hat auch drei verschiedene Schlünde und ein dreifaches Bellen. Später verglich man die drei Kronen der Tiara des Papstes, welcher der Türhüter des Himmels ist, mit den drei Köpfen des Hundes, welcher der Tierhüter der Hölle ist. Bei Dame wird der Höllenhund noch mit einem winzigen, schwarzen Bart und Händen mit langen Krallen, welche die Seele der Verdammten zerreißen, ausgestattet. Man nimmt an, daß der Name Kerberos eine lautmalerische Wurzel hat und das Knurren des bisigen Hundes wiedergeben sollte. Der Empfang, den Kerberos den Ankömmling in der Hölle bot, war auch alles andere als freundlich. Gemäß einer alten Überlieferung empfing der Höllenhund diejenigen, welche die Hölle betreten, mit seinem Schwanz, der eine Schlange ist. Die, welche unter diesen Umständen die Flucht versuchten, wurden gleich verschlungen.
Khu
Geist aus dem alten Ägypten, von dem man annahm, daß er den menschlichen Körper im Augenblick des Todes verläßt. Der Khu läßt etwas an unseren Begriff der Seele denken, entspricht dem jedoch keineswegs ganz, da es sich nur um einen Teilaspekt, meist negativer Art, davon handelt, Außerdem ist der Khu etwas, was auf dieser Welt zurückgelassen wird. Nach altägyptischer Vorstellung irrte der Khu des Verstorbenen ruhelos umher und suchte dessen Familien heim. Er besaß die Macht, Krankheiten zu bewirken und konnte auch Besitz vom Körper Lebender ergreifen. Verbrecher, die hingerichtet wurden, Menschen, die auf See ertranken und Selbstmörder ließen einen besonders bösartigen und gefährlichen Khu zurück. Um die gefürchteten Geister wohl zu stimmen, brachten ihnen die Ägypter rituelle Opfergaben. Meist handelte es sich uni Tierfleisch oder andere stärkende Nahrungsmittel.
Kinder
Kinder sehen mehr - das ist eine weit verbreitete Überzeugung. Das Medium Elleen Garrett bringt Beispiele von Kindern, die Visionen von ihren verstorbenen Eltern oder Großeltern hatten und dabei Details erfuhren, die sie auf natürlichem Weg ihrer Meinung nach schwer erhalten haben könnten. Der Philosoph Werner U. Bonin verweist hier auf den holländischen Parapsychologen Johan George Buschbach (1896-1974), nach dessen Überzeugung die Psi-Fähigkeit im Kindesalter am stärksten ausgebildet ist und dann allmählich abnimmt. Die Weltliteratur gibt viele Beispiele davon etwa der Roman „The secred Garden“ von Frances Hodgson Burnett oder der nicht nur für Kinder geschriebene Roman Manfred Kybers „Die drei Lichter der Weinen Veronika“.
Kinder sind es auch, die sich viel leichter als Erwachsene, die sich erst einer Regressionssitzung unterziehen und in einen hypnotischen Bewusstseinszustand versetzen lassen müssen, an „frühere Leben“ erinnern können.
Kinderschreck
Sammelbegriff für sämtliche Schreckgespenster, die sich die elterliche Phantasie im Laufe von Generationen erdacht hat, um damit ihre Verbote bildhaft zu machen und ihnen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Natürlich ist der Kinderschreck immer ein finsteres, furchterregendes Wesen und hat einen Sack bei sich, in den er das Kind stecken und mit sich davon tragen kann. Wenngleich es pädagogisch zweifelhaft sein mag, wurde sicherlich fast jedem Kind schon einmal mit einem Kinderschreck gedroht, sei es der Schwarze Mann, der Teufel, der Krampus, der Buhmann, das Schreckgökerle, der Wuwelax, der Bollemann oder der böse WauWau. Der Kinderschreck dürfte neben Schrecken auch immer eine gewisse unheimliche Faszination ausgeübt haben, was schon die Vielzahl seiner Namen bestätigt. Manche Kinderschreckfiguren wie zum Beispiel die Roggenmuhme oder der Rebhansel hatten auch die ganz eindeutige Aufgabe, Kinder von den Getreidefeldern oder von den Weinbergen fernzuhalten. Das diente sowohl zum Schutz der Ernte als auch zum Schutz der Kinder.
Kirk-Grim
Tierphantom, das in alten Kirchen sichtbar wird. Es kann die Gestalt eines Schweines haben, aber auch das eines Pferdes oder anderen Tieres. Die Spukerscheinung liegt in dem alten Brauch begründet, ein Tier lebendig im Kirchhof zu begraben. Die Aufgabe des Tiergeistes war es, Frevler abzuschrecken. In Dänemark nahm man an, daß der Kirk-Grim sich im Kirchturm versteckt, um das Gebäude zu schützen. Nach T. Thistleton Dyer, der in seinem Buch „Ghost World“ (1893) auch den Kirk-Grim behandelt, war es einst üblich, ein Lamm unter dem Altar zu begraben. Der Geist des Lammes schien nicht nur dem Gotteshaus verbunden, sondern auch den Kindern der Gemeinde. Wenn jemand ein kleines Lamm in der sonst leeren Kirche über die Chorstühle springen und plötzlich verschwinden sah, sollte dies den baldigen Tod eines Kindes in der Kirchengemeinde ankündigen.
Klabautermann
Der. Klabautermann ist ein Schiffskobold und gehört zum unerlässlichen Sagenschatz der Seeleute. Jedes anständige Schiff hat einen Klabautermann eint an Bord, und mit seiner treuen Verbundenheit zu einem bestimmten Schiff ähnelt der Klabautermann der Gestalt des Hausgeistes auf Land. Der Klabautermann bleibt meist unsichtbar und äußert sich häufig nur durch Klopfen. Die Klopfgeräusche, mit denen der Kobold auch zur rechtzeitigen Ausbesserung der Schiffswände mahnt, macht er mit einem Kalfalerhammer. Da er nur selten gesehen wird, gibt es widersprüchliche Aussagen zu seiner Erscheinung. Einigkeit scheint darüber zu herrschen, daß er ein kleines Männlein ist, nicht höher als eine stehende Flasche. Außerdem sagt man, er habe ein greisenhaftes Gesicht, feuerrote Haare, einen weißen Bart, helle Augen und grüne Zähne. Manchmal soll sein Gesicht auch kindhaft sein, die Haare dabei blau und die Augen grün. Seine Hände mild fein, wie die eines Kindes, und seine Stimme hoch und dünn. Gekleidet soll er wie ein Seemann sein und dazu auch Pfeife rauchen. Zu dem Kapitän steht der Klabautermann in einer besonders engen Beziehung, oft soll er mit ihm speisen. Unabhängig davon erwartet er, daß die Matrosen Milchschälchen für ihn aufstellen. Als Gegenleistung beaufsichtigt er die 'Schiffsjungen und Matrosen als wachender Geist bei der Arbeit und warnt vor Kollisionen. Er ist ein guter Geist, hat aber wie alle Kobolde auch nie schlechten Seiten. So ist er manchmal zu ärgerlichen Neckereien aufgelegt, reagiert jedoch ausgesprochen empfindlich, wenn er selbst geneckt wird. Nach einer Überlieferung an der Ostseeküste ist der Klabautermann der Geist eines totgeborenen oder ungetauft gestorbenen Kindes, das unter wem Baum begraben worden ist. Wenn dieser Baum später gefällt und um Holz für den Schiffsbau verwendet wird, kommt die Seele des Kindes, das in den Baum übergegangen ist, mit auf´s Schiff. Der Klabautermann verlässt das Schiff nur, wenn am Bord ein Verbrechen begangen wurde oder das Schiff untergeht.
Klagemutter
Auch Klageweib oder Frau Klage genannt. Das unheimliche Heulen das Windes, der Schrei eines Käuzchens oder anderer Nachtvögel hat in der Phantasie der Menschen eine Personifikation angenommen. Man stellte sich eine geisterhafte Frau vor, die von fernher ein Klagelied anstimmt. Hörte man dieses unheimliche und unbestimmbare Wehklagen, galt dies als ein schlechtes Zeichen, oft als Todesomen.
Klarträume
Klarträume sind lichtvolle, luzide Träume, die uns nächtliche Filme vorführen, in denen wir merken, dass es zwar Träume sind, aber doch bestimmen können, wie wir darin agieren. Sie lassen sich von unserem bewussten „Ich“ steuern und eröffnen dadurch viele fantastische Möglichkeiten. In der Psychologie sind sie ein kostbares Mittel, um Ängste zu bekämpfen der Patient darf im Traum etwas wagen, das er in seinem „richtigen“ Leben fürchtet und erhält damit die einmalige Chance zum Umgang mit dem Gefürchteten.
Wir dürfen hier der Gefahr, die eventuell in Gestalt eines Ungeheuers auf uns zukommt, getrost ins Auge sehen. Wir können sogar noch einen Schritt weitergehen und sie ansprechen, das Monster oder die gefürchtete Person, die uns vielleicht verfolgt und an den Kragen will.
Die Gespenster unserer Angst verlieren ihre Macht in solchen Träumen, müssen Federn lassen, sich entblößen bis am Ende womöglich nicht viel oder gar nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Während die Schreckgespenster im Klartraum ihr Gewand, ihre Maskerade ablegen, so kleiden wir, die wir träumen, uns in ein neues Gewand. Wir finden uns in einem angenehm leichten, ja nicht zu bemerkenden Körper wieder, der uns alles erlaubt. Wir können auf Wunsch sofort losschweben ... keine Mauer und keine verschlossene Tür kann uns mehr halten. Ein unschätzbares Potenzial ist hier gegeben. Und die Abenteuerreise nimmt keinen Platz auf dem Terminkalender ein, kostet uns nicht einen Cent.
Der “Körper unserer Träume“, ein wahrer dream body, erinnert unweigerlich an den Astralkörper, den ätherischen Körper, den Körper, in dem uns so viele Geister erscheinen. Und wie dieser währt er nur für eine gewisse Zeit der Zauber ist plötzlich vorbei, so unerwartet, wie er begonnen hat. Wer noch keine Erfahrungen mit Klarträumen hat, kann es lernen. Die wichtigsten Instruktionen zum Erwachen im Traum sind ganz einfach:
Es gibt mehrere Möglichkeiten, unsere Wachheit zu testen — hier sind zwei:
“Test des Lichtanschalters“ :
Wenn ich das Licht anschalten kann, bin ich wach, sonst träume ich.
“Test des Buchlesens“:
Wenn ich ein Buch lese, wegschaue, wieder hinsehe und der Text derselbe ist, bin ich wach.
Diese kleinen Übungen, die durchschnittlich nach zwei bis drei Wochen von Erfolg gekrönt werden, sind nicht nur hilfreich für das Erwachen in Träumen, sondern können uns auch in den Morgenstunden vor der irrtümlichen Vorstellung, wir seien bereits aufgewacht, bewahren. Es gibt noch eine weitere Methode, die auch nur ein paar Sekunden:
1. Vor dem Einschlafen nehme ich mir vor, mich nach dem Aufwachen an meinen Traum zu erinnern.
2. Wenn ich am nächsten Morgen aufwache, ist mein erster Gedanke: Was habe ich eben erlebt?
3. Ich sage mir: Das nächste Mal werde ich mich im Traum daran erinnern, dass ich träume.
4. Ich gehe in Gedanken in die Atmosphäre meines Traums zurück und stelle mir vor, dass ich träume.
5. Punkt 3 und 4 wiederhole ich so lange, bis ich einschlafe.
Der Erfolg kann sich eventuell schon nach Tagen einstellen, vorausgesetzt es handelt sich um ohnehin geübte Träumer andernfalls muss zunächst nur Punkt 1 eine Weile trainiert werden.
Die Erlebnisse in Klarträumen rücken in nächste Nähe zu Außerkörperlichen Erfahrungen, die oft Teil von Nahtoderfahrungen sind, zu Erlebnissen in veränderten Bewusstseinszuständen, zu Astralreisen oder Seelenreisen, zu Schamanenreisen und all den anderen Luftfahrten, von denen uns die Kulturgeschichte der Menschheit eine lange, spannende Geschichte erzählen kann.
Zum Schluss bleibt die Frage: Wie klar sind Klarträume? Wie viel Licht, sehen wir wirklich in diesen Träumen? Können wir von diesen aufregenden Reisezielen neben dem Sieg über die Angst, der ja allein schon viel bedeutet, auch echte Informationen mitbringen, die „unserer“ Realität standhalten? Wenn wir in unserem Astralkörper Wahrem begegnen, Dingen, die sich bewahrheiten, warum nicht auch im Traumkörper?
Klopfen
Klopfen ist nicht nur eine Lieblingsbeschäftigung von Geistern, sondern auch die älteste Geistersprache überhaupt. Schon die Griechen und Römer berichten davon. Ein Geist hat seinen Namen von dieser Tätigkeit bekommen “der Klopfer“. Ihn gibt es in mehreren Varianten (Weinklopferle). Klopfen können auch viele andere Geister, zum Beispiel Kobolde, Zwerge, Bergwerksgeister, Poltergeister, das Rockertweible und sogar Bergriesen. Manchmal wollen die Geister damit auf ihr Kommen aufmerksam machen und die Menschen vor einer Begegnung mit ihnen schützen. Eine Nixe in der Oberpfalz klopfte beim Verlassen ihres Teiches an einen bestimmten Baum, so dass jeder wusste, wo sie gerade war. Ein andermal - bedeutet das Klopfen von Geistern den Tod. Und bisweilen klopft der Tod auch persönlich an. Meistens sind es jedoch die Totengeister, die sich durch Klopfen bemerkbar machen. Sie klopfen entweder an, um einen der Lebenden in ihr Reich zu holen, so wie ja auch die Geister von Verstorbenen bei Sterbenden sichtbar am Sterbebett erscheinen. Oder die Sterbenden klopfen selbst, um ihnen nahe stehende Menschen von ihrem Tod zu unterrichten, und auch sie erscheinen in ihrer Geistgestalt ihren Nächsten, wie wir auch aus der Geisterforschung wissen.
Bergwerksgeister sind unermüdliche Klopfgeister, und Poltergeistfälle werden heute noch manchmal mit Klopfen an den Hauswänden eröffnet. Man könnte auf die Idee kommen, dass ihr Klopfen eine Erinnerung an einst im Stollen verschüttete Bergarbeiter ist und sozusagen im Gedächtnis der Berge ein für alle Mal gespeichert ist. Sensitive Menschen können diese gespeicherten, schicksalhaften Töne dann in bestimmten Momenten abhören. Dasselbe könnte auch für Wanderer gelten, die in den Bergen verloren gegangen sind und niemals gefunden wurden. Dieses Klopfen wäre dann kein akutes, sondern ein versetztes, retrospektives Spukphänomen, der geisterhafte Nachhall eines tragischen Todes.
Klopfgeist
Der Klopfgeist macht seinem Namen Ehre und macht sich durch sein Klopfen bemerkbar. Er kann hilfreich und harmlos sein und dann wieder schädlich, er kündet die Zukunft, einen gerade eintreffenden Todesfall Ankünden, oder er klopft zum Auftakt eines Poltergeistfalles. Das Klopfen ist sein Kommunikationsmittel, mit dem er Fragen zu beantworten pflegt wie im berühmten Kloppeding von Dibbesdorf, dessen Echtheit nicht eindeutig ist.
Knochen
Einzelne Elemente des Skelettes, deren Auffindbarkeit innerhalb des Genres an verschiedenen Orten Usus ist, wenn auf „Seit Uhrzeiten verlasen“ oder verdammt gefährlich“ hingewiesen werden soll. Selten aber begegnet man im Film oder der Literatur Eindrucksolle Bauten wie der Knochenkapelle von Kutna Hora, deren Innerstes mit den Knochen mehrerer tausend verstorbener geschmückt ist.
Knocker
Der englische Name für den deutschen Klopfer oder das Klopferle, lautet knocker und meint einen kleinen Geist, der auf den Britischen Inseln besonders in den Bergwerken Cornwalls und Englands haust und umgeht, wie es erzählt und in der Literatur berichtet wird.
Kobold (Kobolt, Kobbold, Kobelt)
Allgemeine Bezeichnung für Hausgeister. Was wäre eine Welt ohne Kobolde, ohne diese lustigen, kleinen Kerlchen, die immer nur Späßchen und Dummheiten im Kopf haben und den Menschen gern mal ein Schnippchen schlagen? Wir brauchen uns aber gar nicht erst mit einer Antwort herumzuquälen, denn die Welt ist sowieso voll von diesen fröhlichen, herumtollenden Wesen, die mal unterirdisch leben, oft aber auch Hausbesuche bei den Menschen machen. Kobolde sind weltweit die größte Geistergruppe, wenn wir von den Geistern von Menschen, d. h. den Geistern von Verstorbenen, einmal absehen. Kobolde werden mitunter selbst als die Geister von Menschen angesehen, wenn sie nicht eigenständige kleine Naturdämonen sind. Deren Urheimat ist die Natur, erst später machen sie sich auf den Weg in die Häuser, wo sie sich hilfreich und gut aufgeführt haben. Berühmt wurden sie für ihre Neckereien, die sie schon machten, als sie noch friedlich, harmlos und liebenswert waren. Waren?
Heute haben wir in den industrialisierten Ländern in der Regel mehr Störenfriede im Haus. Schon seit Jahrhunderten hören wir von ihnen – „hören“ in ganz wörtlichem Sinn, denn Martin Luther berichtet schon von rumpelnden Geistern, die sich in Häusern hören lassen und ihr Unwesen treiben. Sie poltern und stellen alles auf den Kopf, werfen mit Gegenständen herum und richten viel Schaden an. Sie sind Poltergeister geworden. Geister, die nicht sofort als Engel oder Teufel einzustufen sind, etwa solch ulkige, winzige Wesen wie die Kobolde, hatten keinen Platz mehr in der neuen Religion, und so wurden sie im Laufe der Jahrhunderte verteufelt. Die Kobolde reagierten darauf mit Unwillen und kräftigem Gepolter, schlugen in vielerlei Hinsicht über die Stränge und wurden kleine Teufel. Das zu Luthers Zeiten noch bekannte Gütchen hörte auf, gut zu sein. Moderne Poltergeister sind Rebellen. Aller Spaß hat bekanntlich ein Ende - bei den Poltergeistern nicht. Nur hat sich ihr Humor verfärbt, er ist jetzt schwarz.
Korndämon
Sammelbegriff für Vegetationsdämonen, die im Kornfeld oder auch in andere Pflanzungen wie Mohn, Hopfen, Roggen etc. wohnen. Sichtbar werden die Korndämonen im Wogen des Korns. Sie können jedoch auch in menschlicher Gestalt als Kornmuhme, Kornmann, Sichelweih oder als Wolf oder Eber in Erscheinung treten. Ursprünglich waren die Korndämonen Gottheiten, denen geopfert werden mußte, um das Wachstum und die Früchte der Ernte zu sichern. Im Laufe der Zeit sanken sie dann zum Schreckgespenst für Kinder ab, die davon abgehalten werden sollten, im Korn zu spielen und der Ernte zu schaden.
Gefürchtet waren besonders die Kornmutter oder der Bilsenschnitter /Uris, der im Korn sitzt und jedem, der nicht grüßt, die Füße abschneidet. Im Erntebrauchtum wurde die letzte Garbe, die zur Strohpuppe gebunden wurde, als Kornmuhme oder „die Alte“ geehrt. Man überreichte sie beim Erntefest dem Gutsherrn. Das Mädchen, das die letzte Garbe schnitt, wurde Garbenbraut, und man war der Ansicht, sie würde bis zur nächsten Ernte heiraten oder zumindest ein Kind bekommen, da für das Wiegenstroh ja schon gesorgt sei. Mancherorts wurde die letzte Garbe auch auf dem Feld zurückgelassen, entweder für die Zwerge oder für den Bilsenschnitter oder für Petrus, um damit günstiges Wetter zu erbitten.
Kornmutter
zu den Korndämonen und zeichnet sich durch besondere Grausamkeit gegenüber Kindern aus. Sie hat die Gestalt eines alten Weibes mit Lugen schwarzen Zitzen oder als Variante dazu mit eisernen Brüsten. Kinder, die ihr im Kornfeld begegnen, drückt sie gewaltsam an sich und zwingt sie, aus ihren Brüsten zu saugen, aus denen giftiges Blut kommt. Weigerten sich die Kinder, von ihr zu trinken, haut sie ihnen solange ihre gegen das Gesicht, bis sie gehorchen, oder sie schlägt ihnen gleich den Kopf ab. Unter Umständen versucht sie die Kinder auch mit einer Teerstulle zu vergiften. Damit sind ihre sadistischen Neigungen jedoch noch nicht befriedigt. Sie findet auch Gefallen daran, die Kinder von Kopf bis Fuss mit Teer zu bestreichen, quält sie mit Zangen, stechenden Halmen oder, Brennenden Fingern, haucht sie mit ihrem giftigen Atem an, so daß sie anschwellen und sterben müssen, oder zerstampft sie in einem großen Faß. Neben dieser recht schauerlichen Fassung der Kornmutter gibt es eine softere Version. Hier läßt die Kornmutter die Kinder wieder gehen, weil sie sie liebgewonnen hat und sie kein Brot für sie hat so dass diese bei ihr verhungern müßten. Interessant ist in diesen Zusammenhang vielleicht noch zu erwähnen, daß man schwarze Auswüchse am Korn, die äußerst giftig sind beim Verzehr Halluzination hervorrufen, Mutterkorn nennt.
König in Thule, der
Ein anscheinend altes Volkslied besingt den König in Thule, der über das aus der Antike bekannte, am Ende der Welt liegende „Nordreich“ Thule herrscht. Der König hatte von seiner sterbenden Geliebten, seiner „Buhle“, einen goldenen Becher zum Zeichen ihrer ewigen Liebe über den Tod hinaus geschenkt bekommen. Als die Zeit seines eigenen Todes herankam, gab der König alle seine irdischen Schätze weg, den goldenen Becher aber nicht.
Königskerze
Wie eine goldene, erhabene Kerze leuchtet die Königkerze, wenn sie in voller Blüte steht. Sie stammt aus einem wahren Königshaus, denn sie ist wie Könige und Königinnen wirklich sein sollten, kundig. Die „Kundige“ weiß mehr als die gewöhnlichen Sterblichen, sie weiß um die Zukunft. Davon berichtet uns alte Volksweisheit, die manchmal aus Erfahrung spricht. Wenn sie blüht, wird bald ein Familienmitglied, ein Verwandter sterben. Die heilkräftige Pflanze ist geisterabweisend wie alle Sonnenwendpflanzen. Ihr alter Name „Unholdenkraut“ ist vielleicht noch ein Zeugnis davon. Sie vertreibt nicht nur elbische Mäuse und entzaubert verhexte Kühe, sondern weist auch Dämonen zurecht oder ab. Die kleinblutige Königskerze wird in indianischen Rauchmischungen bei rituellen Anlässen verschiedenster Art verwendet, in der berühmten Friedenspfeife. Die Pflanze heißt dort Mullein und wirkt in der Kinnickinnick genannten Mischung psychoaktiv. Ihre Wirkstoffe sind Rotenon und Cumarine. Die frisch erblühten goldenen Blüten aller mitteleuropäischen Arten sind als Tee oder Dekoration auf edlen Gerichten genießbar.
Kompaktheit von Geistern
Mag der klassische Geist vor dem menschlichen Auge hauchzart und durchsichtig erscheinen, so gibt es auch Wesen von größerer Dichte, die Geistcharakter haben. Der Doppelgänger ist so echt, dass er nicht an seiner Substanz als „unecht“ oder zweite Ausgabe eines Menschen ausgemacht werden kann. Noch andere Geister bewegen sich hinsichtlich ihrer Festigkeit zwischen dem transparenten und dem kompakten Geist, scheinen in ganz unterschiedlicher Dichte zu existieren und können mehr oder weniger gefühlt und angefasst werden. Die Fähigkeit, Geister zu sehen oder Dinge außerhalb der Raum und Zeitgrenzen wahrzunehmen (ASW), die der Holländer hier für sich in Anspruch nimmt, kann tatsächlich durch einschneidende Erlebnisse-Unfälle, schwere Krankheiten oder Blitzschläge - bei einigen Menschen gefördert werden (Nahtoderfahrungen). Wir hören auch von dem im 20. Jahrhundert in Europa berühmten Heiler und Hellseher Croiset, dass er in der Kindheit beinahe im Wasser umgekommen wäre. Zufällig ist er auch Holländer.
Kontrollgeist
Der Kontrollgeist oder kurz Kontrolle ist ein Geist, der mit einem Medium Kontakt aufnimmt und Informationen übermittelt.
Kopflose
Kopflos erscheinen Geister sehr häufig. Wer im Leben kopflos gehandelt hat, hat gute Chancen, später kopflos herumirren zu müssen, denn nach altem Glauben hatten solche Geister ihr irdisches Leben mit bösen statt mit guten Taten bereichert Betrüger, Grenzsteinverrücker, Mörder, sie alle sind potenzielle Kopflose. Doch nicht nur diese, auch die Verunglückten und unschuldig Geköpften gehören dazu. Der Geistertypus der Kopflosen ist so alt, dass die Antike ihm bereits einen eigenen Namen geben musste: Kopfloser, griech. Akephalos. Viele enthauptete Heilige, wie Alban, Dionysius, Eusebius, Johannes und Koloman, sah man alten Legenden zufolge bei ihren Beerdigungen mit ihrem Kopf in den Händen zu ihrem Grab gehen. Der kopflose Dämon erscheint durch die Jahrhunderte in vielen Varianten, als bestimmte Person wie die von ihrem königlichen Gemahl Henry VIII. geköpfte Anne Boleyn oder als anonymer kopfloser Toter, als Korndämon, Jäger, Reiter oder Schimmelreiter, der seinen Kopf unter dem Arm tragend mit fliegendem Gewand durch die Wiesen sprengt und die Menschen in die Irre treibt. Auch ein Schatten kann kopflos erscheinen. Und wie steht es mit den Geistertieren? Dem Koboldsee im zauberhaften Spreewald soll einst ein edler Schimmel ohne Kopf entstiegen sein.
Kosmisches Bewusstsein
Der Begriff, kosmisches Bewusstsein, wurde 1901 von Richard Maurice Bucke ( 837 - 902) in seinem gleichnamigen Buch eingeführt - inspiriert von einem Erlebnis, das ihm einen tiefen Eindruck von der Herrlichkeit Gottes bzw. Brahms und einem kosmischen Bewusstsein vermittelte. Bucke nennt als historische Persönlichkeiten mit entsprechenden Erfahrungen Buddha, Jesus, Paulus, William Blake, Balzac, Wall Whitman und Edward Carpenter und beschreibt diese Detail.
„Das kosmische Bewusstsein ist eine höhere Stufe des einfachen Bewusstseins, die im Prinzip für alle erreichbar ist, die sich auf den geistigen Weg begeben haben und sich der geistigen Welt öffnen.“
Der Zustand heißt auch, Flutlichtstadium. Im kosmischen Bewusstsein nehmen wir Teil an dem Ganzen - Vergangenheit und Zukunft, nah und fern, alles ist in Einem. So sind auch verstorbene Menschen oder andere Lebewesen gegenwärtig, die sonst als unerreichbar oder vergangen und verloren, als nicht mehr existent angesehen werden. Auch das ist kein neues Wissen: Novalis weiß es längst.
Kosmisches Reservoir
Cosmic psychic reservoir nennt der amerikanische Philosoph und Psychologe William James eine Art Weltgedächtnis, das jedes Geschehen im menschlichen Leben speichert.
Die Idee ist heute von dem schottischen Astronomie-Professor Archie Roy wieder aufgegriffen worden und zur Erklärung von Spuk fällen herangezogen worden. Roy spricht jedoch in seinem gleichnamigen Buch von „archives of the mind“, zu dem unter anderem auch medial begabte Personen Zugriff haben.
Krampus
Der Krampus zieht im bayerischen Raum als dunkler Begleiter des Nikolaus durch die Nacht und ist in vielem dem Klaubauf verwandt. Mit seinem wilden, bärtigen Aussehen und den Eisenketten, die er als Gürtel um sein grobes Leinengewand trägt, jagt er den Kindern Angst ein. Er bringt keine Süßigkeiten, sondern hat einen leeren Sack geschultert, in den er unartige Kinder zu stecken droht. Wenn der liebe Nikolaus die Untaten der Kinder vorliest, droht der Krampus mit der Rute. In Gegenden, wo dieser Begleiter des Krampus nicht als eigenständige Tradition fortlebt, ist zumindest die Rute geblieben, wenngleich meist mit Schokolade versüßt.
Kreuzweg
Kreuzungen sind ein Ort, an dem Geister gern aufkreuzen. Dort, wo das Leben in die eine oder die andere Richtung weitergehen kann, wo wir vor Entscheidungen stehen, die unser Leben lenken, wird es uns leicht unheimlich, wir tappen im Dunkeln und wissen nicht recht, was das Beste ist, wo der Weg langgeht. Genau dort kommt die Hilfe aus der Geisterwelt - sie sind zur Stelle, wenn wir in einer wirklich verzweifelten Situation stecken, dann sind sie Wegweiser, wahre Engel. Natürlich tummelt sich auch allerlei Unerfreuliches aus der Geisterwelt an den Orten der Entscheidung - es sind die Gespenster unserer Angst, die kommen, wenn wir befürchten, das Falsche zu tun. Wegkreuzungen und Wegscheiden sind Geisterorte. Wir sehen schon, dass dies eine alte Kunde sein muss, die Griechen und Römer wussten davon, und auch die alten Germanen erlebten Geister an solchen Stellen. Die wegweisenden Geister erscheinen manchmal als Engel, stehen wie die erhabene Angelika mit ihren kraftvollen Sterndolden am Rande von Wegkreuzungen, wo wir auf Abwege geraten könnten. Vor allem aber sind diese Plätze von den Geistern von Verstorbenen bevölkert, und man erwartete von ihren „übernatürlichen“ Kräften Schutz und Unterstützung und hoffte dort auf Glück in jeder Hinsicht. Auch von ihren Kenntnissen der Zukunft wollte man profitieren. In Deutschland war daher seit dem frühen Mittelalter das „Draußensitzen auf Kreuzwegen“ eine verbreitete Sitte, wie eine althochdeutsche Glosse uns verrät.
Die Stelle, an der vier Straßen aufeinandertreffen, wurde lange Zeit als verhängnisvoller Ort angesehen, den man mit Hexerei, Geistern und anderem Übel in Zusammenhang brachte. Die Wurze in dieser Vorstellung sind wahrscheinlich in früheren Zeiten zu finden, als man an solchen Wegkreuzungen noch Altäre für die heidnischen Götter errichtete und dort möglicherweise auch Menschenopfer darbrachte. In späteren Jahrhunderten festigte sich dieser Volksglaube zweifellos dadurch, daß man an Kreuzwegen häufig Galgen aufstellte und dort zur Warnung für Reisende, die Übeltaten zugeneigt waren, die Leichen hingerichteter Verbrecher aufreihte. In der Nähe von Kreuzwegen wurden auch häufig die toten Körper von Selbstmördern ‚Verbrechern und vermeintlichen Vampiren begraben, damit der Geist der Verstorbenen durch die Zahl der möglichen Wege verwirrt und daran gehindert wurde, zurückzukehren und seine früheren Feinde heimzusuchen. In Anbetracht der Furcht vor solchen Orten war es vielleicht nur normal, daß viele einsam liegende Kreuzwege mit beliebten Treffpunkten für Hexenzirkel gleichgesetzt wurden. Angeblich lauerten der Tod und der Teufel selber in unmittelbarer Nähe von Kreuzwegen den Vor- überkommenden auf. Zudem gab es eine Fülle abergläubischer Vorstellungen von Zaubern und Zauberformeln, die angeblich nur wirkten, wenn sie an einem Kreuzweg ausgesprochen wurden.
Krisensituationen
Krisenzeiten sind Geisterzeiten. Wenn Sorgen oder Krankheit das Leben belasten, wenn alte Lebensweisen fragwürdig geworden sind und überholt werden müssen, wenn ein Übergang in eine neue Lebensform ansteht und eine Schwelle überschritten werden muss, dann ist die Zeit und die innere Bereitschaft da, Dinge wahrzunehmen, die der Trubel des Alltags verdeckt. Geister erscheinen gern jetzt. Das gilt für akute Notsituationen wie für längere Lebensphasen, die schwer und bitter sind. Der Mensch, der erscheint, ist wörtlich genommen nicht mehr in sich, sondern außer sich, sein Geist ist frei, hat sich vom Körper losgelöst. Es ist der von der Krise Betroffene selbst, der hier einer nahe stehenden Person erscheint, die in diesem Moment sehr weit entfernt von ihm sein kann. Andererseits kann auch ein Mensch, der sich in einer Krise befindet, selbst Geister sehen. Wir wissen von Nahtoderfahrungen, in denen Geister von Verstorbenen, Totengeleiter, Engel oder Lichtwesen von den Sterbenden gesehen werden, die ihn beruhigen und begleiten. Auch tiergestaltige oder andere Geisterfiguren können in akuten Stresssituationen auftauchen. Geister sind Übergangsgestalten, sie warten da, wo der Weg sich teilt oder nicht mehr weitergeht.
Kürbis
Während dies allgemein bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, daß man in bestimmten Balkangebieten tatsächlich glaubt, daß Kürbisse mit Vampirismus infiziert werden können. Vampirisiertes Obst rollt über den Boden und sollte innerhalb von zehn Tagen gegessen werden. Geschieht das nicht, wird der vampirisierte Kürbis spätestens wenn er beim Umher rollen Blutstropfen zurücklässt wirklich gefährlich. Der Kürbis, ein auffallendes Kennzeichen der neuzeitlichen Festlichkeiten zu Halloween, wurde lange Zeit als Symbol der Fruchtbarkeit und als Schutz vor den Hexen verehrt. Die heute verwendeten, grotesk aussehenden ausgehöhlten Kürbisse, die von innen mit Kerzen beleuchtet sind, waren ursprünglich dafür gedacht, die Feiernden zu schützen, indem sie die bösen Geister verscheuchten, die in dieser besonderen Nacht unterwegs waren. Heute scheint diese einstige Funktion immer mehr in Vergessenheit zu geraten, weil die Volksmythologie in Erzählungen von Kürbis- Ungeheuern und kürbisköpfigen Dämonen schwelgt, die ganze Kindergenerationen zu dem falschen Glauben verleitet. Kürbisse selbst verkörperten das Böse und seien vielleicht im Bunde mit Hexen, Vampiren und ähnlichen Wesen. Der ursprünglichen Vorstellung entsprechend, daß Kürbisse Schutz vor dem gewähren, war es eine alte Tradition, Kürbiskerne am besten zu Karfreitag in den Boden zu bringen. Hatten sich daraus Pflanzen entwickelt, dann mußte man darauf achten, nie auf sie zu zeigen, denn das kam angeblich der Schädigung durch den bösen Blick gleich und sollte die weitere Entwicklung der Pflanzen hemmen. Dem Hexenwissen zufolge half das Verspeisen von Kürbiskernen gegen ein ausgesprochen hitziges Naturell, und die mit Öl zu einer Paste vermischten und auf die Haut aufgetragenen Kerne ließen Sommersprossen verschwinden.
Kukuth
Auch Kukudhi. Ein aus dem albanischen Volksglauben stammender Totengeist oder Wiedergänger. Zum Kukuth werden die Seelen der Menschen, die u Lebzeiten ohne Erbarmen und habgiereig waren und nun unerlöst umherirren. Der Kukuth steht vor allem für die personifizierte Pest. Man glaubt, daß mit dem Alter einen Kukuth auch dessen Macht und Kräfte wachsen. Handelt es sich um einen alten Kukuth, so brachte er tagsüber nicht mehr unbedingt in sein Grab zurückzukehren, sondern kann in seinem Haus bleiben oder Reisen unternehmen, wobei er dies meist in der Eigenschaft eines Händlers tut.
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