…gab es Dumas Helden wirklich?

Viele kennen ihn aus dem weltberühmten Roman “Die drei Muskeltiere” von Alexandre Dumas. Einer der vier Musketiere, am Hofe von König Ludwig XIV., den “Sonnenkönig”, war er der Hauptmann der Musketiere. “Einer für alle, alle für einen!” so der Schlachtruf, als sich die vier Degen über den Köpfen kreuzten und vier Helden wieder einmal gegen Rüpel und Halunken kämpften. Mutig, kampfstark, stur und königstreu, das sind seine Markenzeichen, aber gab es D’Artagnan nun wirklich, oder ist er eine fiktive Figur aus der Feder Dumas?

Charles D’Artagnan de Batz-Castelmore *1611/15 Schloss Castelmore bei Lupiac – † 25. Juni 1673 ermordet bei Maastricht im Französisch – Holländischen Krieg.

Seine Herkunft

Er stammt aus einer der ältesten Familien Frankreichs, der de Montesqiou aus der Gascogne. Sein Vater war Bertrand II de Batz – Castelmore. Er gehörte zur persönlichen Leibgarde von König Henry IV. und starb, als er das Leben des König schützen wollte.
D’Artagnan wollte später in die Fussstapfen seines Vaters sowie seiner Brüder treten.
Ihr Familiensitz war das Chateau del Castelmore.

Seine Mutter Francoise de Montesquieu D’Artagnan stammte aus einer einfußreichen Familie und brachte acht Kinder zur Welt; Charles war der zweite oder dritte Sohn. Wohlstand gab es kaum, viele seiner Vorfahren waren beim Militär. Mit etwa 15 Jahren, etwa um 1626, ging Charles nach Paris, und bald danach trat er den Musketieren bei, auch sein Bruder Paul diente dort.

Ein Mann der Pflicht

Schon die ursprüngliche Vorlage aller “Musketier – Filme, der weltbekannte Roman von Alexandre Dumas (1802-1870), war eine geschickte Mischung von Realität und Phantasie.
Die Verfilmungen weichen allerdings zusätzlich noch erheblich von der Romanvorlage ab.

Um 1640 reist D’Artagnan nach Paris, wo er den Namen seiner Mutter benutzt, da dieser in höfischen Kreisen bekannter war. Jean – Arnaud du Peyrer (1598-?), der ebenfalls mittellos nach Paris gekommen war und eine glanzvolle Karriere bei Hofe gemacht hatte, war ein Vorbild für Charles. In den ersten vier Jahren in Paris sterben zuerst der große Kardinal Richelieus und dann Ludwig XIII.

Kardinal Jules Mazarin (1602-1661), übernimmt nach dem Tod Richelieus 1585-1642 dessen Amt als regierender Minister und behält es auch, als nach dem Tod von Ludwig XIII. 1643 dessen Witwe Anna von Österreich die Regentschaft für den noch unmündigen Thronfolger Ludwig XIV. ausübt und nachdem dieser 1651 für volljährig erklärt und gekrönt worden ist.

1644 zog Charles nach Flandern in den Krieg, wo er wieder siegt. Danach tritt er in den Dienste als Kurier und Geheimagent ein, als Belohnung für diese Leistungen, bekommt er später einen Posten Leutnant bei der Garde. 1646 werden die Musketiere durch Mazarin aufgelöst, und D’Artagnan erhält einige militärische Aufträge zu Zeiten der Fronde. Am 15. Februar 1654 bekommt er nun endlich sein Patent als Kapitän der Garde.
Weiterhin ist er jedoch für den Kardinal als Spitzel tätig und diese Unternehmungen bringen ihn schließlich für sechs Wochen unschuldig in die Bastille.

Kaum hatte man ihn dort herausgeholt, stürzt er sich wieder für drei Jahre in den Krieg. Mit seinen Kompanien kämpft er unter dem großen Turenne in Flandern gegen die Spanier.
Der König höchstpersönlich ist ihr Kapitän. D’Artagnan bekommt in der neuen Kompanie den Rang eines Unterleutnants. Die Musketiere tragen blaue Uniformen mit dem goldenen Kreuz und den drei Lilien des Königshauses Bourbon. Sie reiten graue Pferde, weshalb sie schnell “Graue Musketiere” genannt werden.
1657 werden die Musketiere wieder eingeführt.

Die berühmteste Tat des historischen D’Artagnans ist die Verhaftung des Finanzministers Fouque, den er 1661 nach einer Konferenz festnimmt und zunächst nach Angres und dann in die Bastille bringt. Drei Jahre muss er ihn dort bewachen, bis endlich eine Order des Königs ihn an den Hof zurückruft. 1659 heiratete er Charlotte-Anne de Chancelay, die Ehe wird aber 1665 trotz zweier Söhne, wieder geschieden.

Sein Tod

1667 wird er dann endlich vor versammelter Mannschaft im Hof des Louvre zum Kapitän der ersten Kompanie der Musketiere ernannt, eine Ehre, die sonst nur hoch stehenden Edelleuten des Königreiches gewährt wird.

Als er dann mit seiner Kompanie in den Krieg nach Flandern zieht, wird er vom König zum Brigadegeneral der Kavallerie ernannt. In diesem Krieg erfüllt sich 1673 schliesslich auch sein Schicksal. Beim Sturm auf die Stadt Maastricht, der für die Franzosen siegreich endet, streckt eine Kugel Charles D’Artagnan nieder.

® Carrygen

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