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Geisterlexikon
Es gibt nichts mehr was wir fürchten als die Angst selbst. Denn die Angst ist die stärkste aller Gefühlsbewegungen in uns sitzt, gleichzeitig aber auch ein Schutzinstinkt die uns vor Gefahrensituationen schützt, was von Generation zu Generation weiter gegeben wurde.
Ein Ursprung des Aberglaubens in der mehr oder weniger unbewussten Angst, welches wir vor den Einbruch des Fremden, Anomalen, Unbestimmten und Unerklärbaren haben.
Dabei erweisen sich Ängste als ungemein schöpferisch, dürfen sie doch die Hauptursache für die Erschaffung der zahlreichen unbekannten Geschöpfe sein, das Monster, der Teufel und die Geister, die seit unglaublich langer Zeit den Menschen und seine Welt bedrohen. Und so darf das Monster aussehen wie wir es unseren tiefen Ängsten vorstellen, denn nichts ist so einfallsreich wie unserer Phantasie. Aber wir haben uns auf diese Weise mit den unbekannten so sehr vertraut gemacht, dass wir uns mit der Wirklichkeit gar nicht mehr auseinander setzen wollen.
So wird das Unbekannte zu Vertrauten und die Monster bahnen sich dadurch ihre ganz eigenen Bahnen. Aber was wir nicht alles als Monster deklarieren, der Unbekannte ist der Feind, der Feind zum Unhold, der Unhold zur Bestie und die Bestie zum blutsaugenden Vampir, der mit dem Teufel im Bunde steht. Als die Tartaren im 13. Jahrhundert im Europa einfielen, wurden sie sofort den Teufel zugeordnet. Die Juden bekamen die gleiche Zuordnung, den es hieß, das ein Bündnis zwischen ihnen und den Antichristen bestünde. Und findet man es in den christlichen Legenden wieder, dabei auch das der Antichrist aus der Verbindung zwischen Teufel und einer Jüdin entstanden sei. Die Zigeuner wurden besonders der Hexerei und schwarzen Magie beschuldigt, in Frankreich gehörten Zigeunerinnen zu den erste Frauen die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, auch die ersten die 1499 wegen Hexerei angeklagt und erhängt wurden. Aber so eine Herabsetzung hat im Laufe der Geschichte ständig zugenommen. Denn Fremde stören die Sicherheit und dienen gerne als Zielscheibe unsere Patalogischen Ängste. Aber diese Feindbilder bzw. Ängste sind nicht nur abergläubische Phantasie. Der schrecken, den sich mit Einbruch der Hunnen und gleichzeitig deren Gräueltaten ausbreitete, war für die betreffenden Völker grausame Realität. Denn selbst jede Monster Erschaffung hat seinen inneren wahren Kern.
Deshalb sollten wir den unbekannten nicht allzu naiv begegnen. Als einige Indiana-Völker die Eroberer aus der „weißen Welt“ begrüßten, waren sie sicherlich schlecht beraten. Denn es nützt uns nicht, die Welt besser zu sehen als sie wirklich ist. Wir sind von Natur aus umzingelt, von Dunkelheit und Ungewissheit, aus der uns die Monster entgegen rennen. Weil wir Tagtiere sind, fürchten wir die Nacht und die damit verbunden Dunkelheit, weil wir dies nicht mit unseren Augen durchdrungen können. Dunkelheit lässt uns in Meer der Fremdheit und Verlorenheit eintauchen. Genau aus diesem Grund tauchen unsere Monster auch nur nachts auf. Dunkelheit gehört und ist das Reich der Toten. Wann immer diese aus unseren Ängsten geschaffene Monster und Geister aus dem Reich der Toten in unsere Welt eindringen, treffen sie bei uns auf fruchtbaren Boden.
Man braucht sich nur vorstellen, wenn uns ein wandelnder Toter uns auf der Straße begegnet. Das wäre ein tiefer Riss in unserer Realität. Aber nicht nur der Tote macht uns Angst, sondern auch die Spukgestalten umlauern die Stätte des Todes. Und nicht ohne Grund. Denn nicht ist so gewiss wir der Tod selbst, zugleich von so vielen Spekulationen umgeben, wie das was nach den Tod folgen wird. Davor schützen und warnen wir auch unsere Kinder. Denn Traumforscher haben herausgefunden, dass siebenundsechzig Prozent aller Kinderträume von Gespenstern, Kobolde und anderen Kreaturen nur so wimmelt. So viel zu dem Einfluss den wir auf unsere Kinder ausüben. Diese Träume enthalten schon alle Namen der Monster und enthält ein deutlicher Hinweis darauf was die Kreaturen anstellen werden. Die Angst vor dem Dunklen bekommt so ihr Gesicht. Dabei entsteht zwischen den Monstern und unserer Realität ein Paradoxon. Die Welt der Fratzen, Grotesken Fabelwesen die in unseren Kulturen, in Kirchen und vielen anderen Bauten begegnen, sollte nur einen Zweck dienen; mit ihrer Hässlichkeit sollten sie Dämonen und böse Geister abschrecken.
Man denke da nur mal an Halloween. Wo wir uns als die Verkleiden, die wir am meisten fürchten. Als üble schreckliche Wesen die uns doch so sehr Angst macht und uns in Schrecken versetzen. Und wenn wir wirklich man auf so eine Kreatur treffen? Na dann könnte man diese doch mit Süßes bestechen, vielleicht lassen sie uns dann in Ruhe und ziehen weiter. Aber was so abgedroschen klingen mag. Hatte so ihren Ursprung. Was für eine verkehrte Welt in der wir leben, man kann sich hier die Ironie vorstellen, dass hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde. Es wäre nicht das erste mal dass wir die Kiste des Paradoxon öffnen.
Um den Bösen seine Gestalt zu verleihen, bedarf es nur eine grausame Tat, und wir werden in unkontrollierte Panik versetzt. Das überzeugendste Monster ist noch immer derjenige der langsam und in Ruhe, fast unbeweglich vor uns erscheint. Denn Hektik ist ein Zeichen von Schwäche, die Monster hingegen bleiben von genüsslicher Ruhe. Dabei reicht es meist aus, wenn das Monster den schwarzen Vorhang nur einen Augenblick lang mit seinen glühenden Roten Augen und diabolischen Grinsen uns in schirre Panik versetzt. So bleibt der Schrecken meist unheimlicher, als wenn eine Kreatur ein wildes Handgemenge verursachen würde. Aber sie treten nicht immer als hässliche Monster auf. Mit unter kommen sie sogar als Verführer. Man denke da nur mal an den Vampir der mit Genuss seine Opfer den Tod bringt. Aber hier steckt das Böse im Detail. Denn auch sie verraten sich. Einer einschmeichelnde Stimme, eine plötzlich sich verfinsternde Miene oder an den dunklen Augen, hat eine entscheidende Bedeutung. Besonders die Augen, die doch das Spielgelbild der Seele sind. Nichts sind so tiefgründig und auf geheime Tiefen verweisend wie die Augen. Da die Augen das geheimnisvollste sind, sind sie auch gleichzeitig so beängstigend. Schließlich ist der Glaube an den bösen Blick in allen Kulturen vertreten. Rote, glühende Augen sind daher das typische Erkennungsmerkmal der Kreaturen und das die Bösartigkeit kennzeichnet. Aber wenn wir alles nur durch unsere Angst heraufbeschwören, können dann sämtliche Monster so einfach verschwinden, wenn wir alles mit unseren Verstand aufklären? Könnte man tatsächlich alles Böse in etwas Gutes verwandeln? Und was ist mit den Wesen, was nicht verschwindet? Ist das dann real? Wenn wir sowas wüssten, wie würden wir dann damit umgehen? Denn wenn wir schon so vertraut sind mit den Unbekannten sind, und wir uns daher schon auf dieses Gefühl verlassen, was machen wir erst mit Situationen wo sich die Geister als Real beweisen?
Besonders auffallend ist das wir die Bösen, der Teufel im Gegensatz zum Weltlichen Gott als unbewusste personifizierte Feinde assoziieren. Was daran erkennbar ist daß das Böse und seine Anhänger vor allen das praktizieren, was unseren gesellschaftlichen Tabus unterliegen. Wobei doch die Monsterwelt so vielseitig ist, denn die Maske der Kreaturen ist irreführend und niemals das gleiche.
Bei den Völkern haben Geister, Dämonen immer andere Gestalten, und verfolgen stets immer ein schlimmes Ziel. Wobei auch der Mensch genauso wandlungsfähig ist, so vielschichtig und meist mit fiesen Beigeschmeck, denn wenn man diese Schicht ablegen würde, würde man erkennen dass der Mensch gerne mal von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird.
Schon immer empfand der Mensch die Welt als bedrohlich, gar als feindselig und überträgt die Eigenschaften auf imaginäre Gestalten. Die Einfallenden Hunnen wurden als Invasion der Teufel bezeichnet oder Missernten, Seuchen und Naturkatastrophen wurden als unbegreifliche Phänomene interpretiert. Das Böse hatte schon immer Hochkonjunktur. Gestalten und deren Namen ändern sich, aber egal wo sich der Mensch hinbewegt, das Böse lauert überall. Mann kann das Grauen nicht entfliehen, denn der Kosmos hält noch einige an unendlichen Reservoiren bereit. Denn wir wissen, kommen Monster ganz ohne ein Jenseits aus, anders als wir Menschen. Wie wirklich sind also diese Erscheinungen? Schließlich hat sich die Parapsychologie mit unerklärbarem Phänomen beschäftigt. Aber ob es auch derartige Dinge gibt, bleibt wohl Glaubenssache. Aber eines bleibt gewiss, die Monster- und Geisterwelt wird immer existieren, selbst der ungläubige trifft irgendwann auf seine Dämonen und Geister.
by Carrygen
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